Datum15.04.2026 07:00
Quellewww.zeit.de
TLDRTrade Republic investiert zweistelligen Millionenbetrag in eine Service-Offensive, um Kritik an seinem Kundenservice zu begegnen. Über 1.000 geschulte Agenten bieten nun rund um die Uhr persönliche Betreuung in acht Sprachen per Telefon und Live-Chat an. Das Unternehmen kündigt zudem über 30 neue Features an. Ziel ist es, sich als führende Hausbank in Europa zu etablieren und den Kundenservice anderer Banken zu übertreffen.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Mehr als 1.000 Kundenbetreuer“. Lesen Sie jetzt „Trade Republic reagiert mit Service-Offensive auf Kritik“. Der Online-Broker Trade Republic reagiert mit einer Offensive in der Kundenbetreuung auf andauernde Kritik an seinem Service. Das Unternehmen biete ab sofort allen Nutzern eine persönliche Betreuung rund um die Uhr, sieben Tage die Woche und kostenlos über die App an, teilte Trade Republic mit. Kunden könnten die Bank per Telefon und Live-Chat erreichen oder einen Rückruf anfordern. Mehr als 1.000 geschulte und echte Serviceagenten stünden bereit, um Nutzern in acht Sprachen zu helfen. Mit der neuen Kundenbetreuung, in die Trade Republic einen zweistelligen Millionenbetrag investiert habe, kämen zudem mehr als 30 neue Features, darunter weitere Passwortfunktionen und Analysetools für Anleger. "Unser Kundenservice wurde von Grund auf neu entwickelt", sagte Mitgründer Christian Hecker. Dem Unternehmen zufolge wird er in den nächsten Wochen vollständig in Deutschland und weiteren Kernmärkten ausgerollt. Trade Republic hat rasantes Wachstum hinter sich: Die Firma zählt mehr als 10 Millionen Kunden in Europa, davon über fünf Millionen in Deutschland, und verwaltet mehr als 150 Milliarden Euro Kundenvermögen. Ende vergangenen Jahres stieg die Finanzplattform mit einer Bewertung von 12,5 Milliarden Euro zum wertvollsten deutschen Start-up auf. Trade Republic, 2019 als Broker gestartet, erlebte in der Corona-Pandemie einen Boom. Seit 2023 hat die Firma, die rein auf App-Basis agiert, eine Vollbanklizenz und bietet etwa Bezahlkarten und Girokonten an. Zudem folgte die Expansion ins Ausland, darunter Frankreich, Italien und Spanien. Mit niedrigen Gebühren etwa für Aktienhandel, hohen Tagesgeldzinsen und kostenfreien Sparplänen für ETFs ist Trade Republic zu einer harten Konkurrenz für etablierte Banken geworden. Die Firma wirbt damit, den Einlagenzinssatz der Europäischen Zentralbank komplett an Kunden weiterzugeben - derzeit 2,0 Prozent. Allerdings steht Trade Republic immer wieder in der Kritik wegen Mängeln beim Service. Viele Negativschlagzeilen, etwa zu Problemen beim Depotübertrag, brachten der Firma einen Imageschaden. Nach einem Bericht des "Handelsblatts" gab es bei den Verbraucherzentralen in Deutschland von Januar bis September 2025 über 300 Beschwerden zu Trade Republic und damit mehr als doppelt so viele wie im Vorjahreszeitraum. Hauptgrund seien ein schwer oder nicht erreichbarer Kundenservice. Eine Sprecherin führte den Anstieg der Beschwerden damals auf das Wachstum der Firma zurück, die Zahl der Nutzer habe sich binnen 18 Monaten fast verdoppelt. Nun will Trade Republic gegensteuern und sich als Hausbank für Kunden etablieren. Mitgründer Hecker rief ehrgeizige Ziele aus: "In den nächsten zwölf Monaten wollen wir den besten Kundenservice aller Banken in Europa betreiben." © dpa-infocom, dpa:260415-930-946484/1