Datum15.04.2026 06:56
Quellewww.spiegel.de
TLDRZehn Länder fordern ein sofortiges Ende der Kämpfe im Libanon. Sie sind besorgt über die humanitäre Situation und die Vertreibung. Der Aufruf erfolgt nach dem Tod von drei UN-Soldaten Ende März, verursacht durch israelisches Militär und Hisbollah-Sprengfallen. Die Länder begrüßen die Waffenruhe zwischen Israel und Iran, betonen aber die Notwendigkeit, auch die Kämpfe im Libanon zu beenden. Sie verurteilen Angriffe auf UN-Soldaten und fordern die Achtung des humanitären Völkerrechts.
InhaltZwischen Israel und Iran gilt eine zweiwöchige Waffenruhe, doch im Libanon sterben weiter Zivilisten und Uno-Soldaten. Zehn Staaten fordern jetzt Konsequenzen. In einer gemeinsamen Mitteilung haben Kanada, Großbritannien, die Schweiz und sieben weitere Staaten "ein unverzügliches Ende der Kampfhandlungen im Libanon" gefordert. Die Länder seien "zutiefst besorgt über die sich verschlechternde humanitäre Lage und die Vertreibungskrise im Libanon", heißt es in der von Kanada verbreiteten Stellungnahme. Vor allem Zivilisten und zivile Infrastruktur müssten vor den Auswirkungen der Feindseligkeiten geschützt werden. Bei mehreren Vorfällen Ende März waren im Südlibanon drei Uno-Blauhelmsoldaten getötet worden. Nach ersten Erkenntnissen der Uno-Friedensmission Unifil erfolgte ein Angriff am 29. März durch einen Panzer der israelischen Armee, ein zweiter am 30. März durch eine von der libanesischen Hisbollah-Miliz gelegte Sprengfalle. Die Länder begrüßten die jüngst zwischen den Vereinigten Staaten, Israel und Iran vereinbarte zweiwöchige Waffenruhe. Aber auch im Libanon müssten nun die Waffen schweigen. Die Aufforderung folgt auf ein erstes Treffen zwischen israelischen und libanesischen Vertretern in Washington, die zur Aufnahme direkter Verhandlungen der Kriegsparteien führen sollen. Im Zuge des Irankriegs war auch der Konflikt zwischen der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon und Israel wieder eskaliert. Lange Zeit agierte die Hisbollah im Libanon wie ein Staat im Staate. Israel wirft der libanesischen Regierung Versagen beim Prozess der Entwaffnung vor. Die zehn Länder mahnten in ihrer Stellungnahme zu dem Konflikt auch eine "Achtung des humanitären Völkerrechts" an, um die Menschenwürde zu wahren, Schäden für die Zivilbevölkerung gering zu halten und humanitäre Hilfe zuzulassen. "Wir verurteilen aufs Schärfste Handlungen, die zum Tod von Uno-Friedenstruppen geführt und die Risiken für humanitäres Personal im Südlibanon erheblich erhöht haben", hieß es weiter. Bei mehreren Vorfällen Ende März waren im Südlibanon drei UN-Blauhelmsoldaten getötet worden. Nach ersten Erkenntnissen der UN-Friedensmission Unifil erfolgte ein Angriff am 29. März durch einen Panzer der israelischen Armee, ein zweiter am 30. März durch eine von der libanesischen Hisbollah-Miliz gelegte Sprengfalle. Die Uno-Mission gerät immer wieder zwischen die Fronten. Die Vereinten Nationen haben seit 1978 Blauhelmsoldaten in der Grenzregion stationiert. Aktuell sind daran rund 7500 Soldatinnen und Soldaten aus fast 50 Ländern beteiligt. Israels Premier Netanyahu gilt als treibende Kraft hinter dem Angriff auf Iran. Was die Waffenruhe für dessen Kriegsziele bedeutet und warum Israels Armee im Libanon nun umso härter zuschlägt, lesen Sie hier: Israel verfolgte im Irankrieg drei Ziele – keines wurde erreicht