Datum15.04.2026 05:04
Quellewww.zeit.de
TLDRDas US-Militär hat im Pazifik vier Männer bei einem Angriff auf ein mutmaßliches Drogenboot getötet. Dies geschah im Rahmen der US-Kampagne gegen den Drogenhandel in Lateinamerika, die das US-Militär als "bewaffneten Konflikt" mit Kartellen interpretiert. Es ist der vierte Angriff dieser Art in einer Woche, der die Zahl der Todesopfer auf mindestens 174 erhöht. Kritiker und einige Kongressabgeordnete bezeichnen die Einsätze als völkerrechtswidrige außergerichtliche Hinrichtungen, da die Identität der Getöteten als Drogenschmuggler nicht immer zweifelsfrei bewiesen ist.
InhaltDie USA haben im behaupteten Kampf gegen Drogenkriminalität erneut ein Boot im Pazifik beschossen. Bei dem Einsatz wurden vier Menschen getötet. Bei einem weiteren Angriff auf ein mutmaßliches Drogenboot im östlichen Pazifik hat das US-Militär vier Männer getötet. Nach Angaben der US-Geheimdienste soll sich das Boot auf einer bekannten Drogenhandelsroute befunden haben und an Drogenhandel beteiligt gewesen sein, teilte das für die Region zuständige US-Regionalkommando Southcom auf der Plattform X mit. Die Angaben ließen sich nicht unabhängig prüfen. Seit vergangenen September hat die US-Armee mehrere Schiffe im Pazifik und in der Karibik angegriffen, die angeblich in den Drogenhandel verwickelt waren. Es ist bereits der vierte Angriff dieser Art innerhalb von einer Woche. Damit stieg die Zahl der Toten bei solchen Einsätzen auf mindestens 174. Nach Lesart der Regierung befinden sich die USA in einem "bewaffneten Konflikt" mit Kartellen in Lateinamerika. Dadurch seien die Angriffe als notwendige Eskalation gerechtfertigt, heißt es. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat jedoch nie eindeutige Beweise vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Einige von ihnen waren nach Angaben von Behörden und Angehörigen lediglich Fischer. Kritiker stufen die Angriffe als völkerrechtswidrige außergerichtliche Hinrichtungen ein. Auch einige Kongressmitglieder kritisieren das Vorgehen der Regierung, darunter zunehmend Mitglieder von Donald Trumps Republikanischer Partei.