Datum15.04.2026 04:15
Quellewww.zeit.de
TLDRGesundheitsämter in Sachsen-Anhalt warnen vor einem Stillstand der Digitalisierung und Personalmangel. Über 30 Stellen sind unbesetzt, was zu Wartezeiten und Einschränkungen bei Untersuchungen führt. Das Ende des ÖGD-Pakts 2026 bedroht die Finanzierung von Hard- und Software sowie die Digitalisierung. Dies gefährdet zukünftige Projekte und die Fähigkeit, auf Krisen wie Pandemien und den Klimawandel zu reagieren.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Sachsen-Anhalt“. Lesen Sie jetzt „Gesundheitsämter warnen vor Stocken der Digitalisierung“. Die Gesundheitsämter in Sachsen-Anhalt warnen vor einem Stocken der Digitalisierung und vor personellen Engpässen. In den Landkreisen und kreisfreien Städten gibt es schon jetzt mehr als 30 unbesetzte Stellen - vor allem bei Ärztinnen und Ärzten, in der Hygiene sowie in sozialpsychiatrischen Bereichen, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. Die Folge seien etwa längere Wartezeiten, Verzögerungen bei amtsärztlichen Gutachten und Einschränkungen bei Reihenuntersuchungen in Schulen, hieß es. Ein Grund für die Sorgen ist das Auslaufen des ÖGD-Pakts Ende 2026. Das Bund-Länder-Programm zur Stärkung des Öffentlichen Gesundheitsdienstes (ÖGD) war als Reaktion auf die Corona-Pandemie beschlossen worden. Die Gesundheitsämter verweisen darauf, dass mit den Mitteln Hard- und Software angeschafft und Prozesse digitalisiert wurden. "Das Ende dieser Förderung wird die weitere Digitalisierung verlangsamen", sagte ein Sprecher des Landkreises Harz. Im Salzlandkreis kann eine Belehrung nach dem Infektionsschutzgesetz (Gesundheitszeugnis) online durchgeführt werden. Das bleibe zwar erhalten, hieß es. "Aber neue, innovative Projekte könnten bei Wegfall des ÖGD-Paktes sicher nicht in dem bisherigen Umfang implementiert werden", teilte der Salzlandkreis mit. Im Saalekreis drohen insgesamt sieben über den ÖGD-Pakt geschaffene Stellen wegzubrechen. Das hätte den Angaben zufolge Auswirkungen auf Hygieneaufgaben, Schuluntersuchungen und Angebote für Kinder und Jugendliche mit psychischen Belastungen. Im Landkreis Stendal etwa führen aktuelle Vakanzen bereits zu Engpässen bei schulärztlichen Untersuchungen, Wartelisten im amtsärztlichen Dienst und Rückständen bei Gutachten. Auch in Anhalt-Bitterfeld und im Landkreis Börde wird von Einschränkungen bei Begutachtungen und einer Reduzierung von Schulreihenuntersuchungen berichtet. Der Landkreis Wittenberg nennt den Ausfall von ärztlichen Untersuchungen in Kitas und in dritten Klassen. Der Burgenlandkreis fordert Planungssicherheit. "Ziel muss es aber sein, dass sich der ÖGD weiter kompetent und krisenfähig für die Region aufstellt, um sich gegen neue Pandemien, militärische Auseinandersetzungen zu wappnen", sagte ein Sprecher. Es gehe außerdem darum, aufkommenden Dauerkrisen wie den Klimawandel zu bewältigen. © dpa-infocom, dpa:260415-930-946116/1