Wie geht es weiter?: Kritiker sehen Krisengespräch zur Pflegekammer skeptisch

Datum15.04.2026 04:00

Quellewww.zeit.de

TLDRKritiker der Pflegekammer Rheinland-Pfalz sind skeptisch bezüglich des angekündigten Krisengesprächs mit Gesundheitsminister Clemens Hoch. Sie fordern einen Neustart und hoffen auf eine neue Landesregierung. Die Kammer sah sich jüngst mit technischen Problemen bei einer Mitgliederbefragung und einer juristischen Niederlage bezüglich Mitgliedsbeiträgen konfrontiert. Minister Hoch mahnt einen strukturierten Austausch an, während Kritiker das Vertrauen als verloren betrachten und eine Abschaffung zugunsten eines Modells wie dem bayerischen Landespflegerat bevorzugen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Wie geht es weiter?“. Lesen Sie jetzt „Kritiker sehen Krisengespräch zur Pflegekammer skeptisch“. Kritiker der Pflegekammer Rheinland-Pfalz setzen keinerlei Hoffnungen in das angekündigte Krisengespräch des rheinland-pfälzischen Gesundheitsministers Clemens Hoch (SPD) mit dem Vorstand der Kammer. Es brauche einen Neustart, dabei setze man auf eine neue Landesregierung, sagte Michael Pauken, Leiter des Seniorenzentrums in Kell am See im Kreis Trier-Saarburg.  Zuletzt war die Pflegekammer gleich mehrfach negativ in die Schlagzeilen geraten. Eine Befragung der eigenen Mitglieder war nach technischen Schwierigkeiten zum Start und nach Kritik an der Methodik abgebrochen worden. Vor dem Verwaltungsgericht Koblenz kassierte die Kammer eine juristische Niederlage. Das Gericht gab Klagen mehrerer Pflegefachkräfte gegen die Erhebung von Kammer-Mitgliedsbeiträgen für 2025 statt. Anschließend bestellte Gesundheitsminister Hoch die Kammerführung für diesen Mittwoch (15. April) zu einem klärenden Gespräch ein. Ein zeitnaher und strukturierter Austausch sei zwingend erforderlich, schrieb der SPD-Politiker in einem Brief, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.  Die Kammer teilte dazu mit, Vorstand und Geschäftsführung kämen der Einladung gerne nach. Thematisch im Fokus stünden für die Kammer die Unterstützung bei einer möglichen erneuten Mitgliederbefragung sowie eine Klärung der gesetzlichen Rahmenbedingungen für die Erhebung der Kammermitglieder. Es brauche keine weitere Befragung, sagte dagegen Pauken. Die Kammer habe schlicht das Vertrauen der Pflegekräfte verspielt. Und die Thematik rund um die Mitgliedsbeiträge sei schon vor längerer Zeit an die Landesregierung herangetragen worden. Dennoch sei nichts unternommen worden.  Die Kammer-Kritiker um Pauken, von denen einige auch schon eine Petition für die Abschaffung der Pflegekammer auf den Weg gebracht hatten, favorisieren eine Konstruktion wie in Bayern mit seinem Landespflegerat. Dort funktioniere es ohne Pflichtmitgliedschaft, sagte Pauken. © dpa-infocom, dpa:260415-930-946054/1