Diego Maradona: Prozess gegen Ärzte von Diego Maradona wieder aufgenommen

Datum15.04.2026 00:04

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Prozess gegen Diego Maradonas medizinisches Team wegen Totschlags ist nach einer Unterbrechung wieder aufgenommen worden. Sieben Angeklagte, darunter Ärzte und Pfleger, werden beschuldigt, Maradona vor seinem Tod 2020 nicht ausreichend versorgt zu haben, was zu seinem "grausamen" Ende geführt habe. Die Verteidigung weist die Vorwürfe zurück und argumentiert, Maradona sei aufgrund jahrelanger Sucht und Krankheiten eines natürlichen Todes gestorben. Der Prozess, der sich über Monate ziehen wird, war zuvor wegen eines Vorfalls mit einer Richterin neu angesetzt worden.

InhaltNach dem Skandal um eine Richterin startet der Prozess um den Tod des Fußballers erneut. Dem Pflegepersonal wird Totschlag vorgeworfen, die Angeklagten streiten dies ab. Mehr als fünf Jahre nach dem Tod von Diego Maradona hat der Prozess gegen sein medizinisches Team erneut begonnen. Maradona, der als einer der größten Fußballspieler aller Zeiten gilt, starb im Alter von 60 Jahren an einem Herzstillstand, während er sich von einem Eingriff zur Behandlung eines Blutgerinnsels im Gehirn erholte. Die sieben Angeklagten werden beschuldigt, ihn in den Wochen vor seinem Tod am 25. November 2020 nicht ausreichend versorgt zu haben. Staatsanwalt Patricio Ferrari bezeichnete das medizinische Personal zum Prozessauftakt als einen "Haufen Amateure" und sagte, die Angeklagten hätten sich "aller Arten von Unterlassung" schuldig gemacht. Maradonas Lebensende sei "grausam" gewesen. Die Verteidigung wies die Vorwürfe erneut zurück. Der Kapitän der argentinischen Weltmeistermannschaft von 1986 sei jahrelang alkohol- und kokainabhängig und infolge mehrerer schwerer Erkrankungen eines natürlichen Todes gestorben. Zu den Angeklagten gehören Maradonnas Leibarzt in den letzten Jahren seines Lebens, eine Psychiaterin und ein Psychologe sowie Pfleger. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Ärzteteam vorsätzliche Tötung vor. Im Falle einer Verurteilung drohen ihnen Freiheitsstrafen von bis zu 25 Jahren. Das erste Verfahren war vor knapp einem Jahr nach 21 Verhandlungstagen unterbrochen worden, weil eine Richterin der dreiköpfigen Kammer in einem nicht genehmigten Dokumentarfilm über den Prozess aufgetreten war. Die Dokumentation drehte sich um die Ereignisse in den Tagen nach Maradonas Tod, als erste Anschuldigungen und der Verdacht einer Straftat aufkamen, bis zum Prozessbeginn. Als Konsequenz wurde die Richterin ihres Amtes enthoben. Die neue Verhandlung in San Isidro nördlich von Buenos Aires dürfte sich über Monate hinziehen: Zunächst wurden zwei Verhandlungstage pro Woche angesetzt, insgesamt sollen rund 90 Zeugen vernommen werden.