Datum14.04.2026 16:31
Quellewww.spiegel.de
TLDRAmazon kauft Globalstar für 11,57 Milliarden Dollar, um mit Elon Musks Starlink zu konkurrieren. Globalstar verfügt über wichtige Frequenzbänder und beliefert bereits Apple-Geräte mit Satellitenkommunikation in Gebieten ohne Netzempfang. Diese Übernahme stärkt Amazons ehrgeiziges Satellitenprojekt "Amazon Leo" mit geplanten 3200 Kleinsatelliten. Amazon liegt damit aber weiterhin hinter Starlinks großer Flotte.
InhaltMit der Übernahme eines Konkurrenten positioniert sich Amazon als Konkurrent zu Elon Musks Starlink. Globalstar versorgt bereits heute Apple-Geräte mit Internet aus dem All. Mit einer milliardenschweren Übernahme will Amazon sein Satellitengeschäft stärken und zu Elon Musks Starlink aufschließen. Der Internetkonzern kündigte am Dienstag die Übernahme von Globalstar für 11,57 Milliarden Dollar an. Amazon arbeitet am Aufbau einer eigenen Satellitenflotte unter dem Namen Amazon Leo. Bis 2029 sollen dafür etwa 3200 Kleinsatelliten die Erdumlaufbahn gebracht werden. Sie sollen wie Starlink Sprach- und Datenverbindungen ermöglichen. Bisher hat Amazon knapp 250 Satelliten im Orbit. Damit liegt der Konzern weit hinter Starlink, ein Tochterunternehmen von Elon Musks Weltraumfirma SpaceX, das bereits über eine Flotte von mehr als 10.000 aktiven Satelliten verfügt. Durch die Übernahme von Globalstar ändert sich am Rückstand wenig: Der Anbieter verfügt laut Dokumenten der US-Regulierungsbehörde FCC derzeit über 48 aktive Satelliten im All, die allerdings in höheren Umlaufbahnen kreisen und dadurch jeweils mehr Fläche abdecken als die näher an der Erde operierenden Modelle von Starlink. Doch der Spezialist wird durch zwei Faktoren besonders attraktiv: Zum einen hat das Unternehmen Rechte an wichtigen Frequenzbändern, die die Kommunikation ins All ohne externe Empfangseinheit ermöglichen. Möglich wird die Kommunikation durch ein globales Netz von Empfangsstationen am Boden. Zum anderen hat Globalstar bereits einen prominenten Kunden: Viele Apple-Geräte können in Gegenden ohne klassischen Netzempfang über die Satelliten von Globalstar Nachrichten versenden und damit etwa einen Notruf absenden. Dies soll auch nach der Übernahme durch Amazon weiter möglich sein. Die bisherigen Eigner des Satelliten-Betreibers erhielten für jede ihrer Aktien entweder 90 Dollar in bar oder 0,321 Amazon-Anteile. Globalstar-Titel legten daraufhin im vorbörslichen Handel an der Wall Street um knapp zehn Prozent auf 79,60 Dollar zu. Amazon zufolge haben bereits rund 58 Prozent der Aktionäre von Globalstar das Angebot angenommen. Der Kauf soll demnach im kommenden Jahr abgeschlossen werden. Amazon-Gründer Jeff Bezos arbeitet unterdessen an einem weiteren Satelliten-Netz. Im Januar kündigte sein Raumfahrunternehmen Blue Origin an, unter dem Namen TeraWave ein Hochgeschwindigkeitsnetz für Geschäftskunden aufzubauen, das Datenraten von bis zu sechs Terabit pro Sekunde erreichen soll. Hierzu will er ab 2027 mehr als 5000 Satelliten in den Orbit bringen.