Karl-Rudolf Korte : »Die Männer sind das Problem der Demokratie«

Datum14.04.2026 16:21

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte analysiert im Podcast "Das Politikteil" den Rechtsdrift junger Wähler, insbesondere junger Männer. Er thematisiert unsichere Zukunftsperspektiven und mentalen Stress als Ursachen, stellt aber auch die Frage nach der Attraktivität etablierter Parteien. Korte erklärt, dass junger Aktivismus oft projektbezogener ist als Parteiarbeit. Er diskutiert konkrete Maßnahmen, um Parteien für junge Menschen wieder attraktiver zu machen.

InhaltMehr junge Menschen wenden sich politisch ins Extreme, andere engagieren sich lieber aktivistisch als in Parteien. Hat die Politik der Mitte die Jugend verloren? Gestern grün, heute AfD: Seit der Europawahl 2024 zeigt sich ein deutlicher Rechtsdrift bei Jungwählern. Eine Klientel, die klassischerweise zur Stammwählerschaft von Grünen und SPD gehört, wählt immer stärker die rechtspopulistische AfD – und verstärkt auch Die Linke. Jugend- und Meinungsforscher erklären diesen Trend zu den Extremen mit der Dauerkrisenerfahrung junger Menschen, mit unsicheren beruflichen Perspektiven, wachsenden Schulden und mentalem Stress. Doch stimmt das – oder ist diese Erklärung zu einfach?  In der neuen Ausgabe von Das Politikteil sprechen Ileana Grabitz und Peter Dausend bei einer Liveveranstaltung an der Universität Würzburg mit dem Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte über Hintergründe und Folgen dieser Entwicklung. Die Frage, warum sich vor allem junge Männer in bis dato in der Geschichte der Bundesrepublik unbekanntem Maße nach rechts wenden, spielt dabei ebenso eine Rolle wie das Phänomen, dass projektbezogener Aktivismus dieser Generation deutlich attraktiver erscheint als dauerhaftes Engagement in Parteien. Korte, der die Altersgruppe der Erst- und Zweitwähler für hochpolitisch hält, stellt zudem einige Ideen zur Diskussion, wie die etablierten Parteien wieder attraktiver für Jungwähler werden können.  Karl-Rudolf Korte ist Politikwissenschaftler und emeritierter Professor an der Uni Duisburg-Essen. Er war Direktor der NRW School of Governance und er ist Vizepräsident des Deutschen Hochschulverbandes. Er hat zahlreiche Bücher verfasst, zuletzt Wählermärkte – Wahlverhalten und Regierungspolitik in der Berliner Republik. An Wahlabenden analysiert und interpretiert Korte – der Erfinder des Begriffs "Brombeer-Koalition" für eine Koalition aus CDU, SPD und BSW – die Wahlergebnisse live im ZDF. Im Podcast Das Politikteil sprechen wir jede Woche über das, was die Politik beschäftigt, erklären die Hintergründe, diskutieren die Zusammenhänge. Immer freitags mit zwei Moderatoren, einem Gast – und einem Geräusch. Neben Peter Dausend und Ileana Grabitz sind auch Tina Hildebrandt und Heinrich Wefing als Gastgeber zu hören.