Straße von Hormus: Saudi-Arabien drängt offenbar auf Ende der US-Blockade

Datum14.04.2026 16:20

Quellewww.spiegel.de

TLDRSaudi-Arabien drängt die USA offenbar, die Blockade der Straße von Hormus zu beenden. Riad befürchtet, dass diese Maßnahme den Iran zu einer Eskalation veranlassen und die freie Passage durch andere wichtige Seewege wie die Meerenge Bab al-Mandab gefährden könnte. Die USA wollen die Straße von Hormus offenhalten, stehen aber im Dialog mit ihren Golfpartnern. Iran drohte seinerseits, den Zugang zum Roten Meer zu behindern und die Sicherheit der Region zu gefährden.

InhaltUS-Präsident Donald Trump will seinerseits die Straße von Hormus blockieren. Laut dem "Wall Street Journal" drängt der enge Verbündete Saudi-Arabien jedoch zum Ende des Einsatzes, aus Furcht um die freie Passage durch eine andere Meerenge. Laut einem Bericht des  "Wall Street Journal " drängt Saudi-Arabien die USA offenbar, ihre Blockade der Straße von Hormus zu beenden. Riad fürchte, dass diese Maßnahme der Trump-Regierung den Kriegsgegner Iran zu einer weiteren Eskalation bewegen könne. Die wiederum könne dann auch andere Seewege gefährden. Die US-Blockade zielt darauf, den Druck auf Irans bereits geschwächte Wirtschaft zu erhöhen. Nicht näher genannte Vertreter Saudi-Arabiens hätten jedoch gewarnt, Iran könne als Vergeltung versuchen, den Bab al-Mandab zu schließen oder stärker zu stören. Die Meerenge liegt am Übergang vom Roten Meer in Richtung Indischer Ozean. Sie gilt als zentrale Route für Schiffe auf dem Weg zum Suezkanal. Schon jetzt ist die Lage im Persischen Golf angespannt: Iran hatte die Straße von Hormus früh im Krieg faktisch dichtgemacht. Dadurch sollen rund 13 Millionen Barrel pro Tag an Ölexporten gestoppt worden sein. Die Terminpreise stiegen zeitweise über 100 Dollar je Barrel gestiegen. Seit Montag blockieren nun auch die USA iranische Häfen, nachdem Gesprächsversuche am Wochenende gescheitert waren. Das Weiße Haus versicherte laut dem Bericht, US-Präsident Trump wolle die Straße von Hormus "vollständig offen" halten, um den freien Energiefluss zu sichern. Regierungssprecherin Anna Kelly erklärte dem WSJ, die USA stünden in engem Kontakt mit ihren Golfpartnern. Iran solle niemanden "erpressen" können. Saudi-Arabien habe seine Exporte zuletzt trotz der Blockade wieder auf etwa sieben Millionen Barrel täglich gesteigert, indem das Königreich Öl per Pipeline zum Rotmeerhafen Yanbu leite, berichtet das Blatt weiter. Genau diese Ausweichroute könne jedoch ins Visier geraten, falls auch die Meerenge Bab al-Mandab weiter ins Visier gerate. Eine Schlüsselrolle könnten dabei die mit Iran verbündeten Huthi-Milizen im Jemen spielen. Sie kontrollieren Küstenabschnitte nahe der Meerenge und hatten mit Angriffen bereits gezeigt, dass sie die Schifffahrt dort massiv beeinträchtigen könnten. Ein Jemen-Experte sagte dem Blatt, die Huthis seien der "offensichtliche" Partner, falls Iran die Meerenge attackieren wollte. Irans halbamtliche Nachrichtenagentur Tasnim hatte zuvor gemeldet, eine US-Blockade könne dazu führen, dass Teheran den Zugang zum Roten Meer behindere. Irans Militär drohte außerdem, bei einem Einsatz gegen iranische Häfen sei "kein Hafen" in der Region sicher.