Energiekrise: IEA-Chef Fatih Birol sieht schwierigen April für die Weltwirtschaft

Datum14.04.2026 08:12

Quellewww.zeit.de

TLDRIEA-Chef Fatih Birol erwartet einen schwierigen April für die Weltwirtschaft, da die Energiekrise sich verschärft. Die Blockade der Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des globalen Öl- und Gastransports fließt, führt zu Engpässen. Eine Fortdauer der Probleme über drei Monate könnte ernsthafte Versorgungslücken, insbesondere bei Flugbenzin und Diesel, verursachen. Dies könnte auch steigende Lebensmittelpreise nach sich ziehen.

InhaltDie Herausforderung der Energiekrise dürfte in den kommenden Wochen größer werden, schätzt der Chef der Internationalen Energiebehörde. Fatih Birol warnt vor Engpässen. Der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, erwartet angesichts der weiterhin angespannten Lage im Irankrieg einen schwierigen Monat April für die Energiemärkte und die Weltwirtschaft. Während im März noch Lieferungen aus der Region eingetroffen seien, die "lange vor Beginn der Krise verladen wurden", sei im April "nichts verladen worden", sagte Birol nach der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank. Damit dürfte die Lage erst einmal noch schlechter werden, sagte er. Birols Einschätzung nach steht die Welt vor einer großen Herausforderung in Bezug auf die Energiesicherheit. "Kein Land ist gegen dieses Problem immun", sagte er. "Je länger die Unterbrechung anhält, desto gravierender wird das Problem", fügte er mit Blick auf die Straße von Hormus hinzu. Die zentrale Handelsroute, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, ist seit Beginn des Krieges im Iran faktisch gesperrt. Nach gescheiterten Verhandlungen mit dem Iran kündigte US-Präsident Donald Trump zudem eine Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus an, die nach US-Angaben am Montagnachmittag in Kraft trat. Der Chef des französischen Energieunternehmens TotalEnergies, Patrick Pouyanné, sagte bei der Tagung, eine Öffnung der Straße von Hormus sei selbst mit einer Maut, wie vom Iran geplant, einer Schließung der Handelsroute vorzuziehen. "Die Wiedereröffnung und der freie Verkehr durch die Straße von Hormus, selbst wenn man dafür irgendjemandem zahlen muss, ist von grundlegender Bedeutung für die Freiheit der Märkte und für die globalen Märkte", sagte er. Er warnte zudem vor "ernsthaften Versorgungsproblemen", sollten Krieg und Blockade länger als drei Monate andauern, insbesondere bei Flugbenzin und Diesel. Die Preise für Energieträger wie Gas und Öl waren zuletzt wieder stark gestiegen, nachdem die Verhandlungen für ein Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran gescheitert waren und Trump seine Blockade angekündigt hatte. Damit erwarten Experten auch steigende Lebensmittelpreise, da auch bei Düngemitteln Engpässe erwartet werden.