Datum14.04.2026 07:18
Quellewww.spiegel.de
TLDRUnion Berlin hat Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin ernannt. Während dies überwiegend positiv aufgenommen wird, wehrt sich der Verein gegen sexistische Kommentare in sozialen Medien. Geschäftsführer Horst Heldt bezeichnet Eta als hochkompetent und verteidigt die Entscheidung gegen berechtigte Kritik, während Branchenvertreter die Beförderung als positives Zeichen für Frauen im Fußball loben. Eta wird die Mannschaft in den letzten fünf Saisonspielen betreuen.
InhaltDer Aufstieg von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin von Union Berlin findet viel positive Resonanz. In den sozialen Medien gibt es allerdings auch Hasskommentare – gegen die der Club sich offensiv wehrt. Nach der Beförderung von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin der Männer-Mannschaft wehrt sich der 1. FC Union Berlin gegen sexistische und abfällige Kommentare in den sozialen Medien "Ich habe das mitbekommen, Aber ich weigere mich auch, das tatsächlich zu lesen und mich damit zu identifizieren oder mir irgendeinen Mist nur vor Augen zu führen", sagte Geschäftsführer Horst Heldt. In den Gesprächen mit Eta seien die verbalen Ausfälle kein Thema gewesen. "Ich finde es wahnsinnig, dass wir uns damit auseinandersetzen müssen in der heutigen Zeit, uns rechtfertigen müssen. Wir reden hier von einer hochkompetenten Führungspersönlichkeit", sagte Heldt über Eta. Die 34-Jährige soll die Eisernen in den letzten fünf Saisonspielen betreuen. Zuvor hatte der Club bereits auf Social-Media-Posts direkt reagiert. "Aber genau das bist du, ein Sexist", antworten die Köpenicker beispielsweise auf X auf einen herablassenden Beitrag eines Nutzers. Dieser hatte geschrieben: "Der Bundesliga Trainer, der gegen sie verliert, hat für immer sein Gesicht verloren. Es gibt, glaube ich, kaum etwas Peinlicheres." Die 34-Jährige war bei der Pressekonferenz des Clubs selbst allerdings nicht anwesend, sie wird erstmals am Donnerstag (14 Uhr) in der Vorbereitung auf ihre Premieren-Partie gegen den VfL Wolfsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) öffentlich auftreten. Aus der Branche selbst gab es viel positives Feedback. Bundestrainer Christian Wück begrüßt die Beförderung von Eta zur Cheftrainerin. "Es ist auf jeden Fall ein positives Signal, was da gesendet wird", sagte der Chefcoach der deutschen Fußballerinnen auf der Pressekonferenz vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Österreich am Dienstag (18.15 Uhr/ZDF) in Nürnberg. "Ich kenne Marie-Louise aus ihrer Zeit beim DFB. Ich kenne sie aus ihrer Zeit bei Union und wünsche ihr natürlich alles, alles Gute, dass sie diese restlichen Spiele mit Union erfolgreich gestalten kann und wird" sagte Wück weiter. "Und von daher ist das Zeichen, ich glaube, das jetzt auch durch Deutschland geht, durchweg positiv." ZDF-Fußballkommentatorin Claudia Neumann sieht die Beförderung von Marie-Louise Eta zur Cheftrainerin des 1. FC Union Berlin als Zeichen für eine positive Entwicklung von Frauen im männerdominierten Fußball. "Bis echte Gleichberechtigung erreicht ist, wird es noch Jahre dauern. Aber man muss erstmal die Schneisen schlagen, und daher finde ich es grandios, dass Marie-Louise Eta diesen Schritt geht. Ihre Beförderung stößt eine weitere Entwicklung an", sagte die 62-Jährige der Deutschen Presse-Agentur. "Ich feiere das. Mein erster Gedanke war: ein charmanter, kluger und konsequenter Schritt von Präsident Dirk Zingler. Zudem ist Marie-Louise Eta eine äußerst kompetente Trainerin, die diese Chance absolut verdient hat. Es wird kein Misserfolg – sie wird die Aufgabe wuppen", prognostizierte Neumann.