Datum14.04.2026 05:16
Quellewww.spiegel.de
TLDRUSA und Iran geben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Friedensgespräche. US-Vizepräsident Vance spricht von Fortschritten, insbesondere beim Atomprogramm, kritisiert aber fehlende Zugeständnisse Irans. Iran bemängelt überzogene US-Forderungen. Die USA forderten angeblich, dass Iran 20 Jahre auf Urananreicherung verzichtet. Iran schlug kürzere Zeiträume vor und lehnte den Abzug von Uran ab. Uno-Chef Guterres mahnt zur Fortsetzung der Gespräche angesichts tiefer Differenzen.
InhaltDie USA und Iran geben sich gegenseitig die Schuld am Scheitern der Friedensgespräche. Derweil sickern überraschende Details aus Runde eins durch. Und: Der Uno-Chef verweist auf die "tief verwurzelten Differenzen". Der Überblick. Die Gespräche zwischen den USA und Iran haben nach der Darstellung von US-Vizepräsident JD Vance zu echten Fortschritten geführt – jetzt liege der Ball aber bei den Iranern. Trotz bestehender Differenzen sei vieles in die richtige Richtung gelaufen, sagte Vance dem Sender Fox News. "Wir haben große Fortschritte gemacht." Jetzt sei allerdings Teheran am Zug, beim wichtigsten Punkt aus US-Sicht Zugeständnisse zu machen – nämlich beim Atomprogramm. Die USA und Iran hatten am Wochenende in Islamabad direkte Gespräche unter Vermittlung Pakistans geführt. Die Friedensgespräche waren ohne greifbares Ergebnis beendet worden (mehr dazu hier ). Der iranische Präsident Masoud Pezeshkian gab erneut der US-Seite die Schuld am Scheitern der Friedensgespräche. Übertriebene Forderungen und der "mangelnde politische Wille hochrangiger US-Beamter" hätten eine Einigung verhindert, sagte Pezeshkian laut PressTV in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Den USA geht es laut Vance vor allem um zwei Dinge: das hoch angereicherte Uran außer Landes zu schaffen und Teheran daran zu hindern, erneut Uran anzureichern. In diesen beiden Punkten seien die Iraner auf die USA zugegangen. "Aber sie haben sich nicht weit genug bewegt", sagte Vance. Wann und ob es zu weiteren Verhandlungen kommt, ließ Vance offen. "Im Grunde ist das eine Frage, die man den Iranern stellen sollte, denn der Ball liegt in ihrem Feld." Vance sagte, er habe in Islamabad den Eindruck gehabt, dass die iranischen Verhandler ohnehin nicht dazu befugt gewesen seien, einem Abkommen zuzustimmen. Seiner Ansicht nach braucht es dafür erst grünes Licht aus Teheran, womöglich vom Revolutionsführer Mojtaba Khamenei. Darauf müsse man jetzt warten. Unterdessen werden immer mehr Details aus der ersten Verhandlungsrunde bekannt. Die USA haben Iran Medienberichten zufolge dazu aufgefordert, 20 Jahre lang auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. Einen entsprechenden Vorschlag hätten sie Teheran bei den Verhandlungen am Wochenende vorgelegt, berichten das Nachrichtenportal "Axios" und das "Wall Street Journal" unter Berufung auf einen US-Beamten und eine informierte Quelle beziehungsweise mit der Angelegenheit vertraute Personen. Eine überraschende Forderung, denn damit würden die USA ihre bisherige Position aufweichen. US-Präsident Donald Trump etwa hatte erst jüngst betont, es werde keine Urananreicherung geben – ohne seine Forderung dabei auf einen bestimmten Zeitraum zu begrenzen. Iran hat nach Informationen von US-Medien seinerseits vorgeschlagen, für einen kürzeren Zeitraum auf die Anreicherung von Uran zu verzichten. "Axios" sprach von einem Zeitraum im "einstelligen" Bereich, das "Wall Street Journal" von wenigen Jahren. Auch die US-Forderung, dass das hoch angereicherte Uran, das sich tief unter Irans Atomanlagen befinden soll, aus dem Land entfernt werden solle, lehnten die Iraner den Berichten zufolge ab. Uno-Generalsekretär António Guterres mahnte zu einer Fortsetzung der Gespräche. Auch wenn es keine Einigung gegeben habe, so hätten die Gespräche selbst doch die "Ernsthaftigkeit des Engagements" betont und stellten somit einen bedeutenden Schritt hin zu einem neuen Dialog dar, teilte der Sprecher des Uno-Chefs mit. "Angesichts der tief verwurzelten Differenzen kann eine Einigung nicht über Nacht erzielt werden", so der Sprecher. Die Gespräche sollten konstruktiv fortgesetzt werden, um eine Einigung zu erreichen. Zugleich müsste die zweiwöchige Waffenruhe eingehalten und die Freiheit der Schifffahrt bewahrt bleiben, betonte Guterres. Dies gelte auch für die Straße von Hormus, wo am Nachmittag eine Seeblockade durch die USA begonnen hatte (mehr dazu hier). Blockiert werden sollen Schiffe, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel haben. Mit der Blockade wollen die USA Iran unter Druck setzen. Kann eine US-Blockade der Straße von Hormus Teheran zum Einlenken bewegen? Mehr dazu, warum Trump jetzt womöglich nur noch schlechte Optionen hat, erfahren Sie hier .