Vermehrungsfreudige Flusspferde: Kolumbien will bis zu 80 »Kokain-Hippos« von Drogenbaron Escobar keulen

Datum14.04.2026 04:31

Quellewww.spiegel.de

TLDRKolumbien plant, bis zu 80 ausufernde Flusspferde zu keulen, die ursprünglich aus dem Tierbestand von Drogenbaron Pablo Escobar stammen. Diese als invasive Art eingestuften Tiere bedrohen einheimische Ökosysteme und gefährden Menschen. Sämtliche Umsiedlungs- und Sterilisationsversuche scheiterten bisher. Ohne Eingreifen könnte die Population bis 2035 auf 1000 Tiere anwachsen.

InhaltPablo Escobar schaffte sich einst vier Flusspferde an, die Tiere pflanzten sich kräftig fort und gelten inzwischen als "invasive Spezies". Jetzt setzt die kolumbianische Regierung auf rabiate Mittel. Seit Jahren schon wird in Kolumbien über das Schicksal der Flusspferde von Drogenbaron Pablo Escobar diskutiert. Jetzt will die Regierung die Population der invasiven Art in dem südamerikanischen Land deutlich reduzieren: Zunächst sollen bis zu 80 Exemplare gekeult werden, kündigte Umweltministerin Irene Vélez Torres an. "Wenn wir das nicht tun, werden wir den Bestand nicht unter Kontrolle halten können", sagte sie. "Wir müssen diese Maßnahme ergreifen, um unsere Ökosysteme zu erhalten." Alle Bemühungen, die Tiere in Zoos oder Wildparks etwa in Mexiko, Indien oder den Philippinen unterzubringen, seien bislang gescheitert, erklärte Vélez Torres weiter.  Andere Maßnahmen, etwa die Kastrierung der Tiere, brachten ebenfalls wenig Erfolg. Das Ministerium arbeite aber weiterhin an Umsiedlungsplänen, hieß es. Behalten Sie den Überblick: Jeden Werktag gegen 18 Uhr beantworten SPIEGEL-Autorinnen und -Autoren die wichtigsten Fragen des Tages im Newsletter "Die Lage am Abend" – hintergründig, kompakt, kostenlos. Hier bestellen Sie Ihr News-Briefing als Mail. Derzeit leben schätzungsweise rund 200 Flusspferde in Kolumbien. Ohne Gegenmaßnahmen könnte die Population bis ins Jahr 2035 auf etwa 1000 Exemplare steigen. Die Tiere bringen Expertinnen und Experten zufolge das lokale Ökosystem aus dem Gleichgewicht und gefährden einheimische Arten wie Manatis und Flussschildkröten. Zudem zerstören sie immer wieder Felder und bringen auch Menschen in Gefahr. 2022 wurden sie offiziell zur "invasiven Art" erklärt. Der kolumbianische Drogenbaron Escobar schaffte sich einst vier afrikanische Flusspferde für den Tierpark in seinem Luxusanwesen Hacienda Nápoles an. Nachdem der Chef des Medellín-Kartells 1993 von Sicherheitskräften erschossen worden war, verfiel das Anwesen. Die Flusspferde zogen in die umliegenden Wälder, pflanzten sich kräftig fort und breiteten sich immer weiter aus.