Leute: Gastronom Käfer: "Das Schickimicki-München ist verschwunden"

Datum14.04.2026 04:05

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Gastronom Michael Käfer beklagt den Verlust des "Schickimicki-Münchens". Er erinnert sich an die 80er Jahre als eine Zeit mit mehr Kunst, Kultur und schillernden Persönlichkeiten wie Rudolph Moshammer. Heute sei München eher eine Wirtschaftsstadt, in der weniger dieser "Originale" und damit auch weniger Flair vorhanden sei. Trotzdem liebe er die Stadt und versuche, den Wunsch des heutigen Prominenten nach Anonymität zu erfüllen.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Leute“. Lesen Sie jetzt „Gastronom Käfer: "Das Schickimicki-München ist verschwunden"“. Der bekannte Gastronom Michael Käfer vermisst in München Glanz und schillernde Persönlichkeiten. "Es ist ein ganz anderes München geworden. München ist eine Wirtschaftsstadt geworden. Es ist mehr Geld in der Stadt. Früher, in den 80er Jahren, war München eine Kunst- und Kulturstadt", sagte Käfer der "Augsburger Allgemeinen" (Dienstag). "Man sah noch die Kriegsschäden. Bayerischer Charme prägte die Stadt." Viele Schauspieler hätten in München gelebt. "Daraus entwickelte sich eine spannende Szene. Diese Szene gibt es heute so nicht mehr", sagte der Unternehmer und Oktoberfest-Wirt. Trotzdem möchte er nirgendwo anders leben, betonte er. München sei "nach wie vor eine wunderbare Stadt". Dennoch: "Das Schickimicki-München ist verschwunden, auch wenn sich der Nimbus aus vergangenen Zeiten hält." Die bayerische Landeshauptstadt glänze nicht mehr so wie früher. "Das liegt auch daran, dass es all diese schimmernden Persönlichkeiten wie Rudolph Moshammer, Walter Sedlmayr, Helmut Fischer oder Helmut Dietl nicht mehr gibt. Ich vermisse diese Münchner Originale." Außerdem vermisse er den früheren Ministerpräsidenten Franz Josef Strauß: "Die CSU-Legende war gut für München und Bayern."  Auch beim Feiern der Prominenz habe sich vieles verändert: Früher sei es am wichtigsten gewesen, "nach einer Party am nächsten Tag in der Zeitung zu stehen. Sonst war die Party nicht gut. Heute wollen Promis in Zeiten von Social Media anonym bleiben. Das versuchen wir, ihnen zu ermöglichen." © dpa-infocom, dpa:260414-930-941247/1