Datum13.04.2026 21:45
Quellewww.zeit.de
TLDRDie USA haben laut Präsident Trump eine Seeblockade gegen den Iran in der Straße von Hormus begonnen. Ziel sind iranische Häfen, während der Transit für andere Schiffe nicht beeinträchtigt werden soll. Der Iran bezeichnet dies als Piraterie und illegale Maßnahme. Trump behauptet gleichzeitig, der Iran habe sich nach gescheiterten Verhandlungen um ein Friedensabkommen gemeldet. Die genauen Hintergründe und Trumps Äußerungen über iranische Annäherungsversuche bleiben unklar.
InhaltDie US-Armee hat laut Präsident Donald Trump mit der Blockade von iranischen Häfen begonnen. Die iranische Armeeführung spricht von "Piraterie". Die USA haben eigenen Angaben nach mit der Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus begonnen. Das teilte zunächst ein US-amerikanischer Regierungsbeamter der Nachrichtenagentur dpa mit. Später bestätigte auch US-Präsident Donald Trump den Beginn der Blockade vor Reportern in Washington. Dem Schiffsverfolgungsdienst MarineTraffic zufolge änderten innerhalb von Minuten nach dem Beginn der US-Seeblockade mindestens zwei Tanker während der Anfahrt auf die Straße von Hormus ihren Kurs. Einer der Tanker sei von den Vereinigten Arabischen Emirate aus in Richtung China unterwegs gewesen, hieß es. Die Route des zweiten Schiffs war zunächst unbekannt. Am Wochenende hatte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) zuvor angekündigt, ab diesem Montag 10.00 Uhr US-Ostküstenzeit (16.00 Uhr MESZ) bestimmte Schiffe an der Durchfahrt durch die Meerenge zu hindern. Demnach sollten Schiffe blockiert werden, die aus einem iranischen Hafen am Persischen Golf und am Golf von Oman kämen oder einen solchen als Ziel hätten. Die Durchfahrt von Schiffen, die die Straße von Hormus ohne iranischen Ziel- oder Startpunkt passieren wollten, solle dagegen nicht beeinträchtigt werden, teilte das US-Militär mit. Irans Streitkräfte bezeichneten die Seeblockade als "Akt der Piraterie". Einschränkungen für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern seien eine illegale Maßnahme, sagte ein Sprecher der iranischen Militärführung nach Angaben der Nachrichtenagentur Tasnim. "Die Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman ist entweder für alle oder für niemanden", sagte der Sprecher demnach weiter. Trumps Ankündigung sei nichts als Bluff, schrieb der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, Ebrahim Rezaei, in der Nacht auf X. Dies würde als Militäroperation gewertet, "und wir würden darauf reagieren". Noch im Vorfeld des Inkrafttretens der Blockade warnten die iranischen Revolutionsgarden in einer Mitteilung davor, dass sich US-Militärschiffe der Straße von Hormus nähern. Sie würden als "klarer Verstoß gegen die (seit Mittwoch) bestehende Waffenruhe betrachtet", hieß es in der Mitteilung. Trotz der Blockade behauptete Trump zuletzt, die iranische Führung habe sich bei den USA gemeldet und sich für ein neues Friedensabkommen ausgesprochen. Zuvor waren Verhandlungen über ein Ende des Krieges zwischen den USA und dem Iran in Islamabad gescheitert. "Ich kann Ihnen sagen, dass wir von der anderen Seite angerufen wurden", sagte Trump. "Wir wurden heute Morgen von den richtigen Leuten, den zuständigen Leuten angerufen, und sie wollen eine Vereinbarung treffen." Wen Trump konkret mit dieser Behauptung meinte und was genau besprochen worden sein soll, sagte der US-Präsident nicht.