Datum13.04.2026 21:11
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie USA blockieren die Straße von Hormus, um Iran von Öleinnahmen abzuschneiden und das Land zu Verhandlungen zu zwingen. Die Blockade betrifft ausschließlich Schiffe mit iranischen Häfen als Ziel oder Startpunkt. Iran bezeichnet die Maßnahme als illegalen "Akt der Piraterie". Die diplomatischen Bemühungen scheiterten jüngst, obwohl die USA eine Kontaktaufnahme des Irans melden.
InhaltKriegsschiffe der USA blockieren ab sofort die Straße von Hormus. Schiffe, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel haben, sollen an der Durchfahrt gehindert werden. Iran bezeichnet die Maßnahme als illegal. US-Präsident Donald Trump hat bestätigt, dass die Blockade der Straße von Hormus wie geplant in Kraft getreten sei. Das US-Regionalkommando für den Nahen Osten hatte am Sonntag mitgeteilt, ab diesem Montag bestimmte Schiffe an der Durchfahrt durch die Meerenge zu hindern. Blockiert werden sollen demnach Schiffe, die einen iranischen Hafen als Start oder Ziel haben. Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein, hieß es. Zugleich hatte das US-Militär erläutert, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus ohne iranischen Ziel- oder Startpunkt nicht beeinträchtigt werden solle. Die Ankündigungen nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran lösten Reaktionen an den Börsen aus – und sorgten für Empörung in Iran. Die Seeblockade sei ein "Akt der Piraterie". Einschränkungen für den Schiffsverkehr in internationalen Gewässern seien eine illegale Maßnahme, sagte ein Sprecher der iranischen Militärführung laut der Nachrichtenagentur Tasnim. "Die Sicherheit der Häfen im Persischen Golf und im Golf von Oman ist entweder für alle oder für niemanden." Iran hatte die Straße von Hormus Anfang März selbst durch Drohungen und Beschuss von Tankern und Frachtschiffen faktisch blockiert. Die Meerenge zwischen Iran und Oman ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten für den weltweiten Ölhandel. Trump sagte, er wolle mit der Blockade verhindern, dass Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt, und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Außerdem wolle er Iran zurück an den Verhandlungstisch bringen. Die direkten Verhandlungen zwischen den USA und Iran waren am frühen Sonntagmorgen ohne Einigung geendet. Bundeskanzler Friedrich Merz zeigte sich vom Abbruch der Gespräche nicht überrascht. "Ich hatte von Anfang an nicht den Eindruck, dass sie wirklich gut vorbereitet waren", sagte der CDU-Chef. Wen er mit dieser Kritik meinte, sagte er nicht. In Pakistan, dem Schauplatz der Verhandlungen am Wochenende, mehrten sich zuletzt wieder Gerüchte über neue Gespräche. "Die Diplomatie ist noch nicht tot," sagte ein pakistanischer Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur. Wo und wann die Gespräche weitergehen könnten, sei jedoch unklar. Trump sagte am Montag in Washington, Iran habe sich bei ihm gemeldet. "Sie wollen einen Deal machen" und zwar unbedingt, sagte er wie bereits in früheren Äußerungen. Eine entsprechende öffentliche Äußerung aus Iran gab es zunächst nicht.