Donald Trump: Warum das Gericht seine Klage gegen das »Wall Street Journal« abweist

Datum13.04.2026 20:22

Quellewww.spiegel.de

TLDREin US-Gericht hat Donald Trumps Klage gegen das „Wall Street Journal“ wegen Verleumdung abgewiesen. Trumps Klage im Zusammenhang mit Berichten über seine Beziehung zu Jeffrey Epstein erfüllte nicht die Anforderungen an die „Böswilligkeit“ der Falschbehauptungen. Trump wurde aufgefordert, seine Klage mit mehr Details neu einzureichen, was er auch plant. Dies geschieht vor dem Hintergrund der anhaltenden Diskussionen um den Epstein-Skandal und die Freigabe von Akten.

InhaltNach Berichten über seine Beziehung zu Epstein hatte der US-Präsident das "Wall Street Journal" auf 100 Milliarden Dollar verklagt. Seine Begründung reichte dem Gericht jedoch nicht. Nun muss Trump nachliefern. Ein US-Bundesrichter hat eine Verleumdungsklage von Präsident Donald Trump gegen die Zeitung "Wall Street Journal" vorerst abgewiesen. In dem Fall geht es um Berichterstattung über Trumps Beziehung zum Sexualstraftäter Jeffrey Epstein. Richter Darrin Gayles vom südlichen Bezirksgericht Florida entschied am Montag, Trump habe nicht nachgewiesen, dass das Blatt "böswillig" Falschbehauptungen über ihn veröffentlicht habe . Der Präsident hatte unter anderem den Besitzer des "Wall Street Journal" und Medienmogul Rupert Murdoch sowie seinen Verlag "News Corp" verklagt. Er verlangte mindestens zehn Milliarden Dollar (rund 8,5 Milliarden Euro) Entschädigung. Das "Wall Street Journal" hatte im vergangenen Juli berichtet, Trump habe im Jahr 2003 einen anzügigen Brief mit der Zeichnung einer nackten Frau an Epstein geschrieben. Trump habe Epstein damit zum 50. Geburtstag gratuliert und geschrieben "Happy Birthday - und möge jeder neue Tag ein wunderbares Geheimnis sein". Trump bestreitet, dass der Brief von ihm stammt. Er reichte im Jahr 2025 Klage ein. Der Richter gab Trump nun bis zum 27. April Zeit, die Klage umzuformulieren und neu einzureichen. Dies hat der Präsident auch vor, wie ein Sprecher seiner Anwälte bestätigte. Trump werde "weiterhin diejenigen zur Rechenschaft ziehen, die mit Fake News handeln, um das amerikanische Volk in die Irre zu führen", erklärte der Sprecher. Trump hatte den Epstein-Skandal als "Täuschungsmanöver" der Demokraten bezeichnet und immer wieder gefordert, nicht weiter über Epstein zu sprechen. Der Kongress erzwang aber nahezu einstimmig die Freigabe der Akten. Wegen zahlreicher geschwärzter Stellen gibt es Vorwürfe, das Ausmaß werde vertuscht und die wahren Täter geschützt. Der US-Multimillionär Epstein hatte jahrelang einen Missbrauchsring betrieben, dem viele junge Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Er wurde 2008 erstmals verurteilt, weil er eine Minderjährige zur Prostitution angestiftet hatte. Nach einem umstrittenen Deal mit der Staatsanwaltschaft musste er jedoch nur 13 Monate Haft absitzen. Einen Monat, nachdem Epstein 2019 unter anderem wegen des Vorwurfs des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen erneut festgenommen worden war, wurde er tot in seiner New Yorker Gefängniszelle gefunden. Nach offiziellen Angaben beging er Suizid. Die Opfer kritisieren, dass der Justizskandal um Epstein bis heute nicht aufgeklärt ist. Welche Epstein-Fotos und -Videos sind echt und welche manipuliert? Lesen Sie hier , wie Sie Fakes erkennen.