Datum13.04.2026 18:54
Quellewww.spiegel.de
TLDRFlugbegleiter der Lufthansa kündigen ab Mittwoch einen zweitägigen Streik an, der alle Abflüge von Frankfurt und München bei der Kernmarke betreffen wird. Dies folgt auf den Pilotenstreik. Die Gewerkschaft UFO kritisiert die Haltung des Unternehmens und plant, den Streik mit einem Festakt zur 100-jährigen Lufthansa zu verbinden. Die Forderungen werden vom Unternehmen als unerfüllbar bezeichnet, was zu weiteren Flugausfällen und Planänderungen für Passagiere führt.
InhaltBei den Auseinandersetzungen bei Lufthansa ist kein Ende in Sicht: Nachdem die Piloten zwei Tage gestreikt haben, wollen auch die Flugbegleiter erneut die Arbeit nieder legen. Bei der Lufthansa wollen die Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter im Anschluss an den zweitägigen Streik der Piloten ab Mittwoch zwei Tage lang die Arbeit niederlegen. Der Ausstand beginne am Mittwoch um 0.01 Uhr und ende am Donnerstag kurz vor Mitternacht, teilte die Unabhängige Flugbegleiter Organisation (UFO) am Montag mit. Bestreikt werden sollen alle Abflüge der Kernmarke Lufthansa von Frankfurt und München. Das Kabinenpersonal hatte im Streit über bessere Arbeitsbedingungen erst am Freitag für einen Tag die Arbeit niedergelegt. Am Montag und Dienstag verweigern die Piloten im Tarifstreit mit der Lufthansa den Dienst. Verantwortlich für die Eskalation ist nach Ansicht von UFO das Unternehmen. "Wir haben es hier mit einer Arbeitgeberseite zu tun, die sich in einer Hardliner-Position eingerichtet hat, während sie unentwegt verkündet, jederzeit verhandlungsbereit zu sein", kritisierte UFO-Tarifexperte Harry Jaeger. Die hohe Beteiligung zeige überdeutlich, dass sich die Kabine nicht für dumm verkaufen lasse. Es gebe keinen besseren Ort des Protestes als den geplanten Festakt mit Bundeskanzler Merz, sagt Ufo-Vorsitzender Joachim Vázquez Bürger. "Wenn sich das Management gemeinsam mit der Bundespolitik für 100 Jahre Lufthansa feiert, dann werden wir genau dort sichtbar machen, unter welchen Bedingungen die Arbeitgeberseite funktioniert – und auf wessen Rücken aktuelle Entscheidungen ausgetragen werden." Bereits am Montag hatte der erneute Pilotenstreik wieder für Hunderte Flugausfälle gesorgt und die Fronten zwischen den Verhandlungspartnern verhärtet. Das Unternehmen hat die Forderungen der Piloten als "absurd und unerfüllbar" bezeichnet. Erneut mussten Tausende Passagiere ihre Reisepläne ändern. Am Montag warnte Personalvorstand Michael Niggemann die Spartengewerkschaften Vereinigung Cockpit (VC) und Ufo, ihren Konfrontationskurs fortzusetzen. Mit Blick auf die entstehenden Kosten betonte der Manager: "Jeder Streik verkleinert die betroffene Fluggesellschaft."