Datum13.04.2026 18:33
Quellewww.spiegel.de
TLDRKremlsprecher Peskow deutet eine Abschwächung der russischen Kriegsziele in der Ukraine an. Er spricht davon, nur noch "wenige Kilometer" im Territorialstreit zu erobern, um die Verwaltungsgränzen Donezks zu erreichen. Dies könnte bedeuten, dass Russland primär auf die Kontrolle von Luhansk und Donezk abzielt, im Gegensatz zu Putins früherem Ziel, vier ukrainische Regionen zu annektieren. Diese Aussage, inmitten des Nahostkriegs, wird als Zeichen für eine mögliche Reduzierung der russischen Ambitionen gewertet.
InhaltWladimir Putin bestand bis zuletzt darauf, vier ukrainische Regionen unter russische Kontrolle zu bringen. Sein Sprecher ließ nun anklingen, dass Moskau seine Bestrebungen womöglich zurückgeschraubt hat. Wegen des Kriegs in Nahost ist Russlands Aggression gegen die Ukraine zuletzt in den Hintergrund gerückt. Nun aber sorgt Kremlsprecher Dmitrij Peskow mit einer Äußerung für Aufmerksamkeit: Im territorialen "Streit" zwischen Russland und der Ukraine gehe es nur noch um "wenige Kilometer", sagte Peskow im Interview mit dem russischen Staatssender "Rossija 1". "Grob geschätzt" müsse die russische Armee noch etwa "17 bis 18 Prozent der Volksrepublik Donezk" erobern. "Das würde bedeuten, dass wir die Verwaltungsgrenzen erreichen", sagte Peskow. Damit würden die Kriegshandlungen enden. Beobachter werten die Aussage als mögliches Zeichen dafür, dass Russland seine Kriegsziele abgeschwächt hat. So hatte Machthaber Wladimir Putin bis zuletzt die Eroberung von vier ukrainischen Gebieten gefordert: Luhansk, Donezk, Cherson und Saporischschja. Peskows Aussage lässt sich dagegen so interpretieren, dass Moskau derzeit primär auf die Kontrolle der Regionen Luhansk und Donezk abzielt. Während Russland Luhansk de facto seit dem Sommer 2022 kontrolliert, sind in der Region Donezk noch immer Flächenabschnitte umkämpft. In der Region Saporischschja hält Russland einen Teil der Region im Süden. Unter anderem ist die Stadt Saporischschja jedoch unter ukrainischer Kontrolle. In der Region Cherson hat die Ukraine in einer Gegenoffensive 2022 Territorium zurückerobert. Die russische Verfassung erkennt alle vier Regionen seit 2022 dennoch als russisch an. Putins Truppen in der Ukraine haben aus einigen schweren Fehlern gelernt, sagt US-Militärexpertin Dara Massicot im SPIEGEL-Interview. Andere gravierende Missstände gehe der Kreml gar nicht erst an. Das Gespräch über Russlands Armee vier Jahre nach Beginn des Kriegs lesen Sie hier .