Differenzen: Statistik: Männer leben häufiger von eigenem Job als Frauen

Datum13.04.2026 16:00

Quellewww.zeit.de

TLDREine Statistik aus Rheinland-Pfalz zeigt, dass Männer 2025 (84%) häufiger als Frauen (68%) ihren Lebensunterhalt aus eigener Arbeit bestreiten. Frauen sind deutlich öfter finanziell von Angehörigen abhängig (15% vs. 2,4%). Hauptgründe sind häufigere Erwerbstätigkeitsunterbrechungen von Frauen (Kindererziehung, Pflege) sowie Teilzeitarbeit und der Gender Pay Gap, was zu ökonomischer Abhängigkeit und einem erhöhten Risiko von Altersarmut führen kann.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Differenzen“. Lesen Sie jetzt „Statistik: Männer leben häufiger von eigenem Job als Frauen“. Auch wenn die meisten Menschen in Rheinland-Pfalz ihr Leben mit ihrer Arbeit finanzieren, gelingt das Männern einer Statistik zufolge noch häufiger als Frauen. Im Jahr 2025 bestritten rund 76 Prozent der 25- bis unter 65-Jährigen ihren Lebensunterhalt überwiegend durch eigene Arbeit, wie das Statistische Landesamt in Bad Ems nach ersten Ergebnissen des Mikrozensus mitteilte. Das entspreche etwa 1,7 Millionen Menschen. Allerdings zeigen sich deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern: Während 84 Prozent der Männer hauptsächlich von ihrer Erwerbstätigkeit lebten, waren es bei den Frauen nur 68 Prozent. Frauen sind laut Statistik deutlich häufiger finanziell von Angehörigen abhängig. Insgesamt bezogen 8,8 Prozent der Menschen in der betrachteten Altersgruppe ihren Lebensunterhalt vorwiegend aus solchen Einkünften – bei den Frauen lag der Anteil bei 15 Prozent, bei den Männern lediglich bei 2,4 Prozent. Auch Elterngeld spielte nur bei Frauen eine nennenswerte Rolle. Als mögliche Gründe für die Unterschiede sieht Katja Rickert vom Projekt "Fair Pay in Rheinland-Pfalz" von der Arbeit und Leben GmbH Folgendes: "Frauen unterbrechen ihre Erwerbstätigkeit wesentlich häufiger als Männer, vor allem wegen Kindererziehung und Pflege von Angehörigen." Zudem arbeiteten Frauen deutlich häufiger in Teilzeit als Männer. "Auch wenn sie erwerbstätig sind, reicht das Einkommen aus Teilzeitjobs oft nicht aus, um den Lebensunterhalt überwiegend selbst zu finanzieren", sagte Rickert.  Männer seien häufiger in Vollzeit beschäftigt und erzielten entsprechend höhere Einkommen. Generell führe der sogenannte Gender Pay Gap dazu, dass Frauen im Schnitt weniger verdienen als Männer – selbst bei vergleichbarer Qualifikation. Das Ungleichgewicht kann laut Rickert problematisch sein, da es zu ökonomischer Abhängigkeit von Frauen führen und sich auch langfristig auf die Altersvorsorge der Frauen auswirken kann, wodurch das Risiko von Altersarmut steigt.  Bei anderen Einkommensquellen fallen die Unterschiede geringer aus. So lebten 5,1 Prozent der Befragten überwiegend von Arbeitslosengeld I oder Bürgergeld, davon 4,9 Prozent Frauen und 5,3 Prozent Männer. Auch bei Renten oder Pensionen, sonstigen Unterstützungsleistungen wie Sozialhilfe oder BAföG und Vermögen oder Kapitalerträgen sind die Unterschiede zwischen den Geschlechtern geringfügig.  Die Ergebnisse beruhen auf dem Mikrozensus 2025, einer jährlichen Stichprobenerhebung, bei der rund ein Prozent der Bevölkerung befragt wird. Alle Angaben basieren auf Selbstauskünften. © dpa-infocom, dpa:260413-930-939853/1