Senegal: Wohl erste Verurteilung im Senegal nach Gesetz gegen Homosexualität

Datum13.04.2026 12:52

Quellewww.zeit.de

TLDRIm Senegal wurde erstmals ein Mann nach einem neuen Gesetz verurteilt, das höhere Strafen auf Homosexualität vorsieht. Ein Gericht verurteilte einen 24-Jährigen zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe. Das Gesetz, das kürzlich von Präsident Faye unterzeichnet wurde, verschärft die Strafen auf bis zu zehn Jahre Haft. Menschenrechtsorganisationen wie Amnesty International und Human Rights Watch kritisierten die Entwicklung und berichteten von zunehmenden Repressionen. Die Verschärfung folgt dem Trend einiger afrikanischer Länder, die ihre Gesetze gegen queere Menschen verschärfen, während Südafrika als Ausnahme gilt, wo die gleichgeschlechtliche Ehe legalisiert ist.

InhaltIm Senegal drohen seit zwei Wochen härtere Strafen bei Verstößen gegen ein neues Gesetz gegen Homosexualität. Erstmals soll nun ein junger Mann verurteilt worden sein. Im Senegal ist offenbar erstmals ein Mann nach einem neuen Gesetz verurteilt worden, das höhere Strafen gegen Homosexualität vorsieht. Wie der Sender Radion France berichtete, sah ein Gericht in einem Vorort der Hauptstadt Dakar es als erwiesen an, dass ein 24-Jähriger gegen das Gesetz verstoßen hatte. Das Gericht verurteilte den Mann zu sechs Jahren Haft und einer Geldstrafe von umgerechnet etwa 3.000 Euro. Der Prozess habe bereits am Freitag stattgefunden, berichtete der Sender. Details wurden demnach jedoch kaum bekannt – lediglich, dass es sich bei dem Verurteilten um einen Fabrikarbeiter handele. Der senegalesische Präsident Bassirou Diomaye Faye hatte erst vor zwei Wochen ein Gesetz unterzeichnet, dass die Strafen bei homosexuellen Handlungen noch einmal deutlich verschärft. Dabei drohen Menschen bis zu zehn Jahre Haft. Am 11. März hatten sich 135 der 165 Parlamentsmitglieder des Landes für das Gesetz ausgesprochen. Repressionen sollen Menschenrechtsorganisationen zufolge bereits in den Wochen zuvor zugenommen haben. Unter anderem Amnesty International und Human Rights Watch hatten die Entwicklung kritisiert. Einige afrikanische Länder haben in den vergangenen Jahren ihre Gesetze gegen queere Menschen verschärft, etwa Uganda oder Nigeria. Vielerorts lehnt ein Großteil der Bevölkerung Homosexualität ab, darunter auch viele katholische Geistliche. Eine Ausnahme ist Südafrika. Dort wurde vor knapp 20 Jahren die gleichgeschlechtliche Ehe bereits legalisiert.