Datum13.04.2026 07:45
Quellewww.spiegel.de
TLDRDas Institut der deutschen Wirtschaft (IW) empfiehlt ein Mindestalter von 13 Jahren für die Nutzung sozialer Medien. Um problematische Inhalte und Suchtverhalten zu bekämpfen, schlagen die Forscher eine Regulierung von Plattformen für Jugendliche sowie verstärkte Medienkompetenzvermittlung in Schulen vor. Sie betonen die negativen Auswirkungen hoher Nutzungsdauer auf Wohlbefinden und schulische Leistungen, insbesondere bei benachteiligten Jugendlichen. Das Gutachten thematisiert auch Handyverbote an Schulen, deren Wirksamkeit jedoch noch unklar ist.
InhaltAb welchem Alter sollen Kinder und Jugendliche Instagram, TikTok und Co. nutzen dürfen? Das Institut der deutschen Wirtschaft legt ein Gutachten vor – und beschäftigt sich auch mit Handyverboten an Schulen. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) schlägt ein Verbot sozialer Medien für unter 13-Jährige vor. Für Jugendliche könnten die Angebote der Plattformen hingegen mit Blick auf problematische Inhalte und Mechanismen zur Steigerung der Nutzungsdauer reguliert werden. Das empfehlen die Forschenden in einem aktuellen Gutachten für den Bildungsmonitor der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft. Das Gutachten soll am Montag in Berlin vorgestellt werden. Neben diesen regulierenden Schritten sollten demnach die Medienkompetenzen der Kinder und Jugendlichen über die Schulen gesteigert werden. Lehrkräfte müssten dafür weitergebildet werden. Eltern seien über die Gefahren der Social-Media-Nutzung sowie Möglichkeiten der Einschränkung und Überwachung zu informieren. Ein Teil der Kinder und Jugendlichen nutze Soziale Medien in einem suchtähnlichen Maße, warnen die Forschenden. Studien zeigten, dass eine hohe Nutzungsdauer mit Stress, Einsamkeitsgefühlen, Aufmerksamkeitsdefiziten, Schlafproblemen, Angstzuständen oder depressiven Symptomen verbunden sein könne. Zudem deuteten Auswertungen von Daten aus der Pisa-Studie darauf hin, dass die durchschnittlichen Kompetenzen von Jugendlichen mit steigendem Konsum digitaler Medien tendenziell abnähmen. Auch gebe es Hinweise, dass gerade Jugendliche, die aufgrund ihres familiären Hintergrunds schlechtere Bildungschancen haben, digitale Medien besonders intensiv nutzten. Damit stehe ihnen weniger Zeit fürs Lernen oder andere förderliche Aktivitäten zur Verfügung. Diese Jugendlichen sollten besonders unterstützt werden. Die IW-Forschenden beschäftigen sich in ihrem Gutachten auch mit der Frage nach einem Handyverbot an Schulen. In sechs Bundesländern würden bereits landesweite Verbote bestehen, während in den anderen Ländern die Schulen die Nutzung selbst regeln könnten. Die Studienlage zu den Effekten eines Verbots sei noch nicht eindeutig, betonen die Forschenden. Wenn Regeln jedoch zu allgemein oder zu ungenau seien und nicht konsequent umgesetzt würden, bleibe ihr Einfluss auf die Bildungsleistung ungewiss.