Datum13.04.2026 07:09
Quellewww.zeit.de
TLDRDas US-Militär tötete fünf Menschen bei Angriffen auf mutmaßliche Drogenschmugglerboote im Pazifik. Seit Herbst 2023 wurden mindestens 168 Personen getötet. Kritiker bezeichnen die Operationen, die mit tödlichen Angriffen auf Boote in Karibik und Pazifik begründet werden, als völkerrechtswidrig und außergerichtliche Hinrichtungen, da nie eindeutige Beweise für Drogenhandel vorgelegt wurden. Die US-Regierung sieht sich im "bewaffneten Konflikt" mit Kartellen.
InhaltBei Angriffen auf zwei mutmaßliche Drogenschmuggelboote hat das US-Militär fünf Menschen im Pazifik getötet. Kritiker stufen die Angriffe als völkerrechtswidrig ein. Die US-Armee hat bei Angriffen auf zwei mutmaßliche Drogenschmuggelboote im östlichen Pazifik fünf Männer getötet. Die Boote hätten in Verbindung mit dem Drogenhandel gestanden, teilte die US-Kommandozentrale Southcom auf X mit. Im Zuge des ersten Angriffs auf die Boote seien zwei Männer getötet worden, bei der zweiten Attacke der US-Armee starben drei weitere Menschen. Einer der mutmaßlichen Drogenhändler überlebte nach US-Militärangaben den Angriff. Die US-Küstenwache habe das System zur Suche und Rettung des Überlebenden aktiviert. Seit Herbst vergangenen Jahres geht das Militär unter Anordnungen der US-Regierung mit tödlichen Angriffen gegen Boote in der Karibik und im östlichen Pazifik vor, die angeblich Drogen in den USA schmuggeln. Bislang wurden dabei mindestens 168 Menschen getötet. Die US-Regierung hat jedoch nie eindeutige Beweise vorgelegt, dass es sich bei den Getöteten tatsächlich um Drogenschmuggler handelte. Kritiker stufen die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen und völkerrechtswidrig ein. Hinterbliebene von Opfern vorheriger Angriffe hatten die US-Regierung verklagt. Eine Attacke im Oktober vergangenen Jahres, bei der zwei Männer getötet wurden, komme einem Kriegsverbrechen gleich und sei Teil eines "beispiellosen und offenkundig rechtswidrigen US-Militäreinsatzes", hieß es in der Klageschrift, die im Januar bei einem Bundesgericht im Bundesstaat Massachusetts eingereicht wurde. Die Klage stützt sich auf den Death on the High Seas Act, ein US-Gesetz, das laut Anwälten Klagen wegen widerrechtlicher Tötung in internationalen Gewässern erlaubt. Nach Lesart der US-Regierung befinden sich die USA in einem "bewaffneten Konflikt" mit Kartellen in Lateinamerika. Dadurch seien die Angriffe als notwendige Eskalation gerechtfertigt, heißt es demnach. Einige Kongressmitglieder kritisieren das Vorgehen der Regierung, darunter zunehmend auch Mitglieder von Donald Trumps republikanischer Partei.