Irankrieg: USA wollen ab Montag Straße von Hormus blockieren – Ölpreis steigt auf über 100 Dollarar

Datum13.04.2026 05:41

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie USA planen ab Montag die Blockade der Straße von Hormus für Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Diese Maßnahme, die alle Nationen betrifft, soll Iran von Öleinnahmen abschneiden, da das Land die Meerenge für seine Exporte nutzt. Iran droht mit Vergeltung. Die Ankündigung hat bereits zu steigenden Ölpreisen und Verlusten an asiatischen Börsen geführt. Experten vermuten Hintertrumps Ankündigung, die Straße von Hormus zu blockieren, steckt eine Verhandlungstaktik.

InhaltDie Börsenkurse in Ostasien starten mit Verlusten in die Handelswoche. Das US-Militär gibt Details zur geplanten Seeblockade der Straße von Hormus bekannt. Das Regime in Teheran warnt vor einem Bruch der Waffenruhe. Der Überblick. Noch hat die Seeblockade der Straße von Hormus durch das US-Militär nicht begonnen. Erst am Montag um 10 Uhr US-Ostküstenzeit (16 Uhr MESZ) soll es soweit sein. Doch allein die Ankündigung hat bereits Folgen: Die Märkte reagieren damit auf die am Sonntag von Donald Trump angekündigte Blockade der Straße von Hormus, der US-Präsident hatte dabei allerdings noch keinen genauen Starttermin genannt. Vorausgegangen war das vorläufige Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran (mehr dazu hier ). In der Nacht zu Montag erklärte das US-Regionalkommando für den Nahen Osten (Centcom) dann bei X , der Seeverkehr werde ab 10 Uhr US-Ostküstenzeit für Schiffe blockiert, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. Dies schließe iranische Häfen am Persischen Golf und am Golf von Oman ein. Die Blockade werde gegenüber Schiffen aller Nationen durchgesetzt, hieß es weiter. Zugleich erklärte Centcom, dass die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus, deren Ziel oder Startpunkt nicht ein iranischer Hafen ist, durch das US-Militär nicht beeinträchtigt werde. Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Die iranischen ⁠Revolutionswächter hatten kurz nach Trumps Ankündigung mitgeteilt, jedes militärische Schiff, das sich der Straße von Hormus nähere, werde als Verletzung der Waffenruhe gewertet. Iran werde darauf "hart und entschlossen" reagieren. Trump will mit der Blockade verhindern, dass Iran Gebühren von Reedereien für eine Durchfahrt durch die Meerenge verlangt und das Land gleichzeitig von Öleinnahmen abschneiden. Iran ist einer der größten Ölproduzenten der Welt, und dementsprechend ist die Straße von Hormus auch für Teheran enorm wichtig, um seine Ölexporte an die internationalen Märkte zu bringen. Seit Kriegsbeginn am 28. Februar mit US-israelischen Angriffen auf Iran hatte Teheran die für den Öltransport wichtige Straße von Hormus vor seiner Küste blockiert. Die Durchfahrt von Schiffen kam praktisch zum Erliegen. Weltweit schossen Energiepreise in die Höhe, was auch Trump unter Druck setzt. Der CDU-Außenpolitiker Jürgen Hardt hält die Ankündigung einer Seeblockade deshalb in erster Linie für eine Verhandlungstaktik. "Präsident Trump kann keine blockierten Handelswege gebrauchen", sagte er der "Rheinischen Post". "Das führt auch in den USA zu steigenden Preisen und schwächt ihn innenpolitisch", sagte der außenpolitische Sprecher der Unionsfraktion. "Beide Seiten versuchen, ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Ich sehe Trumps Äußerungen über eine mögliche US-Blockade eher als Verhandlungstaktik." Außerdem habe man gelernt, "bei ihm nicht jedes Wort sofort als endgültige Festlegung zu verstehen".