Datum13.04.2026 04:50
Quellewww.zeit.de
TLDRNach gescheiterten Verhandlungen kündigten die USA eine Blockade der Straße von Hormus an, was den Ölpreis über 100 US-Dollar trieb. Tanker meiden die Meerenge. Der Iran kritisierte die Ankündigung als absurd und drohte mit Gegenmaßnahmen. Analysten warnen vor einer Verschärfung der globalen Ölknappheit. Die US-Regierung räumt ein, dass die hohen Ölpreise bis zu den Kongresswahlen im November anhalten könnten.
InhaltDie USA wollen iranische Häfen blockieren. Der Ölpreis übersteigt deshalb wieder die Marke von 100 US-Dollar. Einige Tanker kehren vor der Straße von Hormus wieder um. Die gescheiterten Verhandlungen in Pakistan und die Ankündigung der US-Blockade in der Straße von Hormus haben die Ölpreise über die Marke von 100 US-Dollar getrieben. Die Nordseeöl der Sorte Brent verteuerte sich um rund acht Prozent auf 102,80 Dollar je Barrel (159 Liter). Auch der Preis der US-Sorte WTI zur Lieferung im Mai legte in der Nacht wieder zu. Vor den inzwischen gescheiterten Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über ein Ende des Krieges hatte der Preis pro Barrel noch bei 95,20 US-Dollar gelegen. Die Ölpreise bleiben derzeit der wichtigste Gradmesser für die Inflations- und Konjunktursorgen am Markt. Nachdem die Gespräche Samstagnacht vorerst gescheitert waren, kündigte US-Präsident Donald Trump an, die USA würden die strategisch wichtige Meerenge blockieren. Der Stopp des Schiffsverkehrs zu und von iranischen Häfen soll dem US-Zentralkommando zufolge an diesem Montag um 16 Uhr (MESZ) beginnen. Der Chef der iranischen Marine kritisierte Trumps Ankündigung dagegen als "lächerlich und absurd". Nach Angaben des Staatsfernsehens sagte Schahram Irani, die iranische Marine überwache und kontrolliere "alle Bewegungen der aggressiven US-Armee in der Region". Die iranischen Revolutionsgarden hatten zuvor mitgeteilt, jedes militärische Schiff, das sich der Straße von Hormus nähere, werde als Verletzung der Waffenruhe betrachtet und bekämpft. Aus Sorge vor der US-Blockade meiden Öltanker neuen Daten zufolge bereits wieder die Straße von Hormus. Ein unter maltesischer Flagge fahrender Supertanker kehrte vor der Durchfahrt um und ankerte im Golf von Oman, zeigen Daten der Dienste LSEG und Kpler. Das Schiff sollte eigentlich irakisches Rohöl für Vietnam laden. Zwei pakistanische Tanker sowie ein Schiff unter liberianischer Flagge fuhren am Sonntag hingegen in den Golf ein. Trump hatte am Sonntag (Ortszeit) gegenüber dem Sender Fox News eingeräumt, dass die Öl- und Benzinpreise bis zu den Kongresswahlen im November hoch bleiben könnten. Dies gilt als seltenes Eingeständnis der möglichen politischen Folgen seiner Entscheidung, den Iran anzugreifen. Analysten warnten nach Trumps Blockade-Ankündigung vor den Auswirkungen auf den Ölmarkt. Die USA würden damit auch die verbleibenden iranischen Öllieferungen von bis zu zwei Millionen Barrel pro Tag durch die Meerenge verhindern, sagte Saul Kavonic vom Analysehaus MST Marquee. Dies werde die ohnehin bestehenden Versorgungsengpässe weiter verschärfen, hießt es in einem Statement der ANZ-Bank. Der Verband Deutscher Reeder reagierte verhalten auf die jüngsten Entwicklungen. "Leider besteht derzeit wenig Anlass zur Annahme, dass sich die Situation kurzfristig entspannt", sagte ein Verbandssprecher der Nachrichtenagentur dpa. Sollte der Iran Minen in der Meerenge gelegt haben, wäre deren Beseitigung jedoch ein wichtiger Beitrag. Verfolgen Sie weitere Entwicklungen zum Irankrieg in unserem Liveblog.