Schifffahrt: Reederverband reagiert verhalten auf US-Seeblockade

Datum13.04.2026 03:00

Quellewww.zeit.de

TLDRDer Verband Deutscher Reeder (VDR) reagiert verhalten auf die angedrohte US-Seeblockade in der Straße von Hormus. US-Präsident Trump kündigte an, Schiffe an der Durchfahrt zu hindern und Minen zerstören zu lassen, nachdem der Iran ein Mautsystem eingerichtet hat. Der VDR befürchtet keine kurzfristige Entspannung und betont die Bedeutung der freien Durchfahrt gemäß UN-Seerechtsübereinkommen für die von deutschen Reedereien repräsentierte Schifffahrt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Schifffahrt“. Lesen Sie jetzt „Reederverband reagiert verhalten auf US-Seeblockade“. Der Verband Deutscher Reeder (VDR) hat verhalten auf die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump reagiert, eine Seeblockade in der Straße von Hormus einzurichten. "Leider besteht derzeit wenig Anlass zur Annahme, dass sich die Situation kurzfristig entspannt", sagte ein VDR-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur.  Es bleibe abzuwarten, welche Auswirkungen es geben werde, sagte er. Sollte der Iran Minen in der Meerenge gelegt haben, wäre die Beseitigung dieser aber ein wichtiger Beitrag.  Trump hatte die Blockade am Sonntag nach dem vorläufigen Scheitern der Friedensverhandlungen mit dem Iran angekündigt. Die US-Marine werde alle Schiffe daran hindern, in die Meerenge einzufahren oder diese zu verlassen.  Die Streitkräfte seien auch angewiesen, alle Schiffe abzufangen, die Gebühren an den Iran gezahlt hätten. Niemand, der eine "illegale Maut" entrichte, werde auf hoher See eine sichere Passage haben. Zudem kündigte er an, vom Iran gelegte Seeminen zerstören zu lassen. Nach weitgehend übereinstimmenden Berichten haben die iranischen Revolutionsgarden eine Art Mautstellen-System in der Straße von Hormus eingerichtet, mit dem sie die internationale Schifffahrt kontrollieren wollen. Auch hat die Marine der Revolutionsgarden vor Minen in der Meerenge gewarnt.  Der VDR aus Hamburg vertritt nach eigenen Angaben rund 200 deutsche Reedereien. Darunter sind mehrere Unternehmen, deren Seeleute den Persischen Golf nicht verlassen können, weil es den Schiffen nicht möglich ist, gefahrenfrei die Straße von Hormus zu durchqueren.  Der VDR setzt sich grundsätzlich für freie Seewege ein. "In internationalen Meerengen muss das Seerechtsübereinkommen der Vereinten Nationen maßgeblich sein - das Prinzip der Transitdurchfahrt, also einer freien und ungehinderten Passage", heißt es vom Verband. © dpa-infocom, dpa:260413-930-936400/1