Datum12.04.2026 20:14
Quellewww.spiegel.de
TLDRSaudi-Arabien hat am Sonntag sieben Menschen – fünf Saudi-Araber und zwei Jordanier – wegen Drogendelikten hingerichtet. Die Exekutionen reihen sich ein in eine Serie von 38 Hinrichtungen wegen Drogenvergehen seit Jahresbeginn, von denen die Mehrheit Ausländer betraf. Im Vorjahr erreichte die Zahl der Hinrichtungen mit 356 einen neuen Rekord, ein Großteil davon wegen Drogenkriminalität. Die Todesstrafe für Drogendelikte wurde Ende 2022 nach dreijähriger Pause wieder aufgenommen.
InhaltIn kaum einem Land wird die Todesstrafe so häufig verhängt wie in Saudi-Arabien, meist wegen Drogendelikten, oft gegen Ausländer. Nun sind gleich sieben Urteile an nur einem Tag vollstreckt worden. An einem Tag sind in Saudi-Arabien sieben Menschen hingerichtet worden. Der staatlichen Nachrichtenagentur SPA zufolge handelt es sich bei den am Sonntag in der Region Riad hingerichteten Menschen um fünf Staatsangehörige Saudi-Arabiens und zwei Jordanier. Sie seien wegen Drogendelikten zum Tode verurteilt worden und hätten Amphetaminpillen in das Königreich geschmuggelt. Die siebenfache Exekution fügt sich in ein Muster: Seit Anfang des Jahres haben in Riad bereits 38 Hinrichtungen im Zusammenhang mit Drogenvergehen stattgefunden. Dies entspricht laut einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP auf der Grundlage offizieller Daten dem Großteil der insgesamt 61 vollstreckten Hinrichtungen. 33 der Hingerichteten waren demnach ausländische Staatsangehörige – womit Ausländer den Großteil der in diesem Jahr Hingerichteten ausmachten. Im vergangenen Jahr hatte die Zahl der Hinrichtungen in Saudi-Arabien zum zweiten Mal in Folge einen Rekordwert erreicht: Die Behörden richteten 356 Menschen hin, 243 davon wegen Drogendelikten. 2024 hatten insgesamt 338 Hinrichtungen stattgefunden. Saudi-Arabien hatte die Vollstreckung der Todesstrafe in Zusammenhang mit Drogendelikten rund drei Jahre lang ausgesetzt – Ende 2022 wurden die Hinrichtungen wieder aufgenommen. Das Land ist einer der wichtigsten Märkte für die Aufputschdroge Captagon. Unter dem inzwischen gestürzten syrischen Machthaber Baschar al-Assad hatte Syrien sich der Uno zufolge zum Hauptproduzenten von Captagon im Nahen Osten entwickelt. Saudi-Arabien gehört zu den Ländern, in denen weltweit am häufigsten die Todesstrafe verhängt wird. Mehr Hinrichtungen als dort gibt es laut Menschenrechtsorganisationen nur in China und Iran.