Paris-Roubaix: Pogacar verpasst erneut Sieg in der "Hölle des Nordens"

Datum12.04.2026 16:31

Quellewww.zeit.de

TLDRTadej Pogacar verpasste bei Paris-Roubaix knapp seinen ersten Sieg. Er belegte hinter Wout van Aert den zweiten Platz nach einem spannenden Sprint. Pogacar hatte mit technischen Problemen zu kämpfen, darunter ein platter Reifen. Mathieu van der Poel schied nach einem Defekt früh aus und wurde Vierter. Nils Politt erreichte als bester Deutscher den neunten Rang.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Paris-Roubaix“. Lesen Sie jetzt „Pogacar verpasst erneut Sieg in der "Hölle des Nordens"“. Tadej Pogacar trat auf der ehrwürdigen Betonpiste im Velodrome von Roubaix mit aller Kraft in die Pedale, doch alle Mühe war umsonst. Nach einem Rennen für die Geschichtsbücher hat der slowenische Weltmeister in der Hölle des Nordens den nächsten bedeutenden Meilenstein im Radsport hauchdünn verpasst. Pogacar musste sich bei der Kopfsteinpflaster-Tortur Paris-Roubaix im Sprint gegen den belgischen Klassiker-Spezialisten Wout van Aert mit dem undankbaren zweiten Platz begnügen. Damit wartet Pogacar weiter auf seinen ersten Sieg in Roubaix, womit er dem elitären Kreis um Legende Eddy Merckx beigetreten wäre. Nach 258,3 Kilometern zwischen Compiègne und Roubaix musste der Sprint entscheiden, nachdem sich Pogacar und van Aert auf den Kopfsteinpflaster-Sektoren ein spannendes Duell ohne Sieger geliefert hatten. Schon im vergangenen Jahr hatte Pogacar bei seiner Roubaix-Premiere den zweiten Platz belegt. Damit muss er seinen Angriff auf den historischen Coup um ein Jahr verschieben. Mit einem Sieg bei der Königin der Klassiker hätte Pogacar bei allen fünf bedeutenden Eintagesrennen - den sogenannten Monumenten - mindestens einen Sieg bejubelt. Das schafften vor dem Slowenen nur die drei Belgier Merckx, Roger De Vlaeminck und Rik Van Looy.  Das mit Spannung erwartete Duell von Pogacar mit seinem großen Widersacher Mathieu van der Poel fiel dagegen aus. Der niederländische Ex-Weltmeister verpasste nach einem Defekt zur Unzeit im berüchtigten Wald von Arenberg den Anschluss und damit auch seinen vierten Sieg nacheinander. Van der Poel versucht zwar mit aller Macht, zurück an die Spitze zu kommen - ohne Erfolg. Am Ende wurde er Vierter. In einer spektakulären 123. Auflage blieb aber kein Fahrer von technischen Problemen verschont. Auch Pogacar musste zweimal vom Rad und zwischenzeitlich eine Aufholjagd starten. Van Aert musste einmal aus dem Sattel, ließ sich dann aber auf den heftigen Kopfsteinpflaster-Sektoren im Zweikampf mit Pogacar nicht mehr abschütteln. Die Entscheidung fiel entsprechend erst im Velodrome. Dort lancierte Pogacar den Sprint, doch van Aert zog vorbei und riss schnell eine Lücke. Dies konnte Pogacar nicht mehr schließen. Bester Deutscher war der Kölner Nils Politt auf Platz neun. Mit kräftigem Rückenwind fuhren die Profis ein zügiges Tempo in den ersten von 30 harten und unerbittlichen Pflastersteinsektoren. Als etwa 160 Kilometer vor dem Ziel der erste Kopfsteinpflaster-Sektor wartete, waren die beiden Top-Favoriten Pogacar und van der Poel bestens an der Spitze des Hauptfelds positioniert. Bei dem Spektakel lief zunächst alles nach Plan, doch dann bremste Pogacar 120 Kilometer vor dem Ziel ein platter Vorderreifen aus.  Ohne schnelle Hilfe eines Teamfahrzeugs musste sich der Weltmeister mit einem neutralen Ersatzrad zufriedengeben. Lange musste er nicht warten: Mit dem passenden Ersatzrad und einer kurzen Standpauke für ein Kameramotorrad im Weg ging es mit 50 Sekunden Abstand weiter. Angetrieben durch den Kölner Helfer Nils Politt kämpfte sich Pogacar wieder an die Gruppe heran.  Der Slowene schloss vor dem berüchtigten Wald von Arenberg wieder auf. Und dann erwischte es den Konkurrenten: Van der Poel hatte ein Defekt. Der Niederländer schnappte sich das Rad seines Teamkollegen, doch es passte nicht. So begann das lange Warten auf das Begleitfahrzeug. Van der Poel büßte so zwei Minuten auf die Spitzengruppe um Pogacar ein. Es wurde das erwartet hektische Rennen mit Stürzen, Platten und reichlich Dramatik.  Van der Poel kam trotz seines Rückschlags beeindruckend nah wieder an die Spitzengruppe heran. Währenddessen wurde die Spitzengruppe kleiner: Pogacar und van Aert fuhren vornweg. Beide passierten zusammen auch den Sektor neun, auf dem Pogacar im vergangenen Jahr stürzte. Doch dieses Mal blieb ein Malheur aus. © dpa-infocom, dpa:260412-930-935429/1