Datum12.04.2026 14:21
Quellewww.spiegel.de
TLDRPro-palästinensische Aktivisten von "Kufiya in Buchenwald" hielten trotz eines gerichtlich verfügten Verbots eine Mahnwache auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte Buchenwald ab. Sie verglichen die Situation in Gaza mit der Geschichte des Lagers. Die Gedenkstättenstiftung kritisierte diesen Vergleich scharf. Ursprünglich geplante Proteste wurden gerichtlich untersagt, doch die Gruppe hält sich laut eigener Aussage dennoch auf dem Gelände auf.
InhaltPro-palästinensischen Aktivisten wurde gerichtlich untersagt, am Jahrestag der Befreiung auf dem früheren KZ-Gelände zu demonstrieren. Mitglieder von "Kufiya in Buchenwald" hielten sich aber am Samstag dort auf. Die umstrittene Kampagne "Kufiyas in Buchenwald" hat nach eigenen Angaben bereits am Samstag eine Mahnwache auf dem Gelände der KZ-Gedenkstätte bei Weimar abgehalten. Das teilte die Gruppe mit. Auf einem Video der Gruppe sind mehrere Menschen zu sehen, die unter anderem T-Shirts mit der Aufschrift "From Buchenwald to Gaza – From Resistance to Liberation" ("Von Buchenwald nach Gaza – Vom Widerstand zur Befreiung") tragen. Ein Sprecher der Gedenkstättenstiftung sagte: "Sie haben genau das getan, weswegen ihnen untersagt wurde, aufs Gelände zu kommen – nämlich Buchenwald mit Gaza verglichen". Der Polizei lag dazu laut einer Sprecherin zunächst nichts vor. Jemand habe aber am Samstag auf dem Parkplatz der Gedenkstätte kurz ein Palästinensertuch (Kufiya) in die Luft gehalten. An diesem Wochenende wird der Befreiung des Konzentrationslagers vor 81 Jahren gedacht. Bei der zentralen Gedenkveranstaltung am Sonntag soll der Schauspieler Hape Kerkeling eine Rede halten, dessen Großvater in Buchenwald inhaftiert war. Kulturstaatsminister Wolfram Weimer (parteilos) will ein Grußwort halten. Die Gruppe "Kufiyas in Buchenwald" hatte ursprünglich für den Gedenktag einen Protest vor der Gedenkstätte angekündigt. Das löste heftige Kritik aus. Das Verwaltungsgericht Weimar untersagte die Kundgebung an dem Gelände. Stattdessen wurde der Gruppe der Theaterplatz in Weimar zugewiesen. Am Sonntag war am Theaterplatz jedoch niemand vor Ort, wie ein Reporter der Nachrichtenagentur beobachtete. Auf der Instagram-Seite der Gruppe hieß es: "Es findet heute keine Mahnwache von unserer Kampagne statt, weder am Theaterplatz in Weimar noch anderswo." Solidarität mit den Palästinensern ist richtig. Aber nicht auf Kosten von Überlebenden der Schoa. Lesen Sie hier einen Kommentar zur Thematik.