Datum12.04.2026 13:04
Quellewww.zeit.de
TLDREin gestrandeter Buckelwal an der Ostseeküste bei Poel zeigt Anzeichen einer Verschlechterung seines Zustands und atmet schwächer. Trotz eines gescheiterten Rettungsversuchs mit Walgesängen und Demonstrationen für seine Rettung besteht keine Hoffnung auf Besserung. Die letzten Rettungsbemühungen wurden am 1. April eingestellt, um dem Tier einen friedlichen Tod zu ermöglichen. Die Walwacht wurde personell verstärkt.
InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Ostseeküste“. Lesen Sie jetzt „Gestrandeter Wal atmet schwächer“. Der vor der Insel Poel gestrandete Wal atmet im Vergleich zu den vergangenen Tagen schwächer. Es werde zudem untersucht, ob eine neu beobachtete Zwischenatmung ein Anzeichen eines nahen Ablebens sein könnte, wie eine Sprecherin des Umweltministeriums mitteilte. Es gebe keine Hinweise auf eine Stabilisierung des Gesundheitszustandes. Zwar seien leichte Bewegungen der Schwanzflosse beobachtet worden, nach fachlicher Einschätzung sei das jedoch kein Hinweis auf eine gesundheitliche Verbesserung. Auf einen spontanen Mobilisierungsversuch am Samstag, bei dem unter Wasser die eigenen Walgesänge des Tiers abgespielt wurden, habe der Buckelwal nicht reagiert. Der Versuch, den Wal so zu ermutigen, sich selbst zu befreien, sei zuvor mit dem deutschen Meeresmuseum abgestimmt worden. Der verletzte Buckelwal liegt bereits seit dem 31. März in der Wismarbucht. Die letzten Rettungsversuche wurden am 1. April aufgrund des Gesundheitszustandes des Tiers eingestellt, um den Wal in Frieden gehen zu lassen, wie Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) mitteilte. Man habe sich jedoch aufgrund der starken Walgesänge in den Nächten zuvor am Samstag für einen erneuten Versuch entschieden. Am Samstagmittag bildeten etwa 150 Menschen im Hafen eine Menschenkette, um für die Rettung des Meeressäugers zu demonstrieren, sagte eine Polizeisprecherin. Einige Stunden später versammelten sich laut Polizei am Kirchdorfer Hafen auf der Insel Poel ebenfalls etwa 170 Menschen, um für die Rettung des Wals einzutreten. Zudem habe es auf der Insel am Samstag weitere spontane Versammlungen mit gleicher Intention gegeben - eine führte bis an den Sperrbereich. Mehrere Menschen betraten laut Polizei die gesperrte Zone, teils liefen sie dort bis zum Ufer. Nachdem sie bemerkt hatten, dass gerade ein erneuter Mobilisierungsversuch zur Rettung des Wals zugange war, haben sie die Zone wieder verlassen, wie die Sprecherin des Umweltministeriums sagte. Nach dem Vorfall sei die Walwacht nun personell verstärkt worden. Auch am Sonntag sollte von 12 bis 16 Uhr wieder eine Versammlung am Hafen in Kirchdorf auf der Insel Poel stattfinden, wie die Polizei mitteilt. Gegen Mittag seien 80 Menschen vor Ort gewesen. © dpa-infocom, dpa:260412-930-934632/1