Iran, USA und die Waffenruhe: Marathon-Gespräche in Islamabad gescheitert

Datum12.04.2026 04:30

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie Friedensgespräche zwischen dem Iran und den USA in Islamabad sind nach 21 Stunden gescheitert. Beide Seiten werfen sich gegenseitig überzogene Forderungen vor. Hauptstreitpunkte waren offenbar die Atomfrage, Sanktionen und die Straße von Hormus. Die USA hoffen weiterhin auf eine Verpflichtung des Irans zur Nichtentwicklung von Atomwaffen. China hat offenbar zur Waffenruhe beigetragen.

InhaltNach 21 Stunden Verhandlungen mit der iranischen Seite steht laut US-Vize JD Vance fest: Es gibt keine Übereinkunft bei den Friedensgesprächen in Islamabad. Sowohl USA als auch Iran sprechen von "überzogenen Forderungen" der Gegenseite. Bei den Verhandlungen zwischen den USA und Iran unter Vermittlung Pakistans ist nach den Worten von US-Vizepräsident JD Vance keine Einigung erzielt worden. Man kehre nun in die USA zurück, sagte Vance nach stundenlangen direkten Gesprächen mit Iran in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad. Nach 21 Stunden hätte sich die iranische Seite dazu entschieden, die Bedingungen der USA nicht zu akzeptieren, sagte Vance. Die USA hätten klargemacht, wo die roten Linien liegen und in welchen Punkten man bereit sei, Iran entgegenzukommen. Vance sagte nicht im Detail, was genau die Knackpunkte waren. Er sagte lediglich, man habe bislang nicht gesehen, dass sich Iran grundlegend dazu verpflichte, langfristig keine Atomwaffen zu entwickeln. "Wir hoffen, dass wir es noch sehen werden." Man verlasse den Ort der Verhandlungen und lasse einen Vorschlag für Iran zurück, der ein endgültiges Angebot darstelle, sagte Vance. Während der Verhandlungen sei er in ständigem Kontakt mit US-Präsident Donald Trump gewesen. Laut dem iranischen Außenamtssprecher Ismail Baghai ging es bei den Verhandlungen um zentrale Themen wie die Straße von Hormus, die Atomfrage, Kriegsreparaturen, die Aufhebung von Sanktionen sowie ein Ende des Krieges in der Region. Bis in den Sonntag hinein hätten "intensive Verhandlungen" stattgefunden. Dabei seien "zahlreiche Nachrichten und Texte" zwischen den beiden Seiten ausgetauscht worden, schrieb Baghai in den frühen Morgenstunden auf X. Der Erfolg des diplomatischen Prozesses hänge aber "von der Ernsthaftigkeit und dem guten Willen der Gegenseite ab, von überzogenen und unzulässigen Forderungen abzusehen und die legitimen Rechte und Interessen Irans anzuerkennen", schrieb Baghai weiter. Iranische Medien hatten zuvor über große Differenzen bei den Verhandlungen mit den USA berichtet. Die Nachrichtenagenturen Tasnim und Fars sprachen von "überzogenen Forderungen" der US-Seite. Konkret wurde die Straße von Hormus als zentraler Streitpunkt genannt. Der Fortschritt der Verhandlungen sei damit aus iranischer Sicht behindert worden. Tasnim zufolge bestand die iranische Delegation auf der "Wahrung der militärischen Errungenschaften", eine mögliche Anspielung auf das Raketenprogramm der Islamischen Republik. Den größten Streit soll es beiden Berichten zufolge jedoch bei Fragen rund um die Straße von Hormus gegeben haben. Die Meerenge verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und damit die großen Ölförderländer der Region mit den Weltmärkten. Iran hat die Kontrolle der Seestraße seit Kriegsbeginn an sich gerissen. US-Präsident Donald Trump hatte ihre Öffnung zur Bedingung für die am vergangenen Mittwoch verkündete zweiwöchige Waffenruhe gemacht. China hat offenbar entscheidend zur Waffenruhe in Nahost beigetragen. Es gilt als Verbündeter Irans und ist auch mit dem Vermittlerland Pakistan befreundet. Dauerkrieg in Nahost kann Peking nicht gebrauchen. Lesen Sie hier mehr .