Datum12.04.2026 03:21
Quellewww.zeit.de
TLDRSeit Mitternacht ist der Verkauf von Lachgas an Minderjährige bundesweit verboten. Die Bundesärztekammer fordert nun verstärkte Kontrollen durch die Behörden, um das Gesetz wirksam umzusetzen und Jugendliche zu schützen. Der Onlinehandel und der Verkauf an Automaten sind generell untersagt. Ausgenommen sind kleine Kartuschen für Haushaltszwecke, deren Kauf für Erwachsene limitiert ist. Das Gesetz soll auch die Verfügbarkeit von K.o.-Tropfen einschränken.
InhaltSeit Mitternacht ist das Gesetz in Kraft: Bundesweit darf kein Lachgas mehr an Minderjährige verkauft werden. Ärzte mahnen, nun müssten die Behörden strikt kontrollieren. Zum Beginn des Lachgasverbots in Deutschland hat die Bundesärztekammer verstärkte Kontrollen gefordert. Seit Mitternacht ist der Verkauf von Lachgas an Minderjährige bundesweit verboten. Die staatlichen Aufsichtsbehörden seien jetzt gefordert und müssten "ausreichende Kontrollen durchführen und Verstöße entsprechend ahnden", sagte Christine Neumann-Grutzeck, Vorstandsmitglied der Ärztevertreter, der Nachrichtenagentur dpa. "Der Erfolg von Maßnahmen zum Jugend- und Gesundheitsschutz hängt maßgeblich von der Umsetzung ab", sagte sie weiter. Das Gesetz untersagt es Minderjährigen, Lachgas zu kaufen und zu besitzen. Der Onlinehandel mit Lachgas und der Kauf an Automaten sind nun generell verboten. Lachgaskartuschen mit bis zu 8,4 Gramm Füllmenge sollen auf dem Markt bleiben; sie dienen etwa zum Aufschäumen von Schlagsahne. Volljährige dürfen pro Einkauf maximal zehn solcher Kartuschen erwerben. Laut Bundesgesundheitsministerium sind Polizei und Staatsanwaltschaften der Länder für den Vollzug des Verbots zuständig. Einige Städte hatten den Verkauf an Jugendliche schon vor Inkrafttreten des neuen Gesetzes verboten. In Hamburg etwa darf seit Neujahr 2025 kein Lachgas mehr an Minderjährige verkauft werden. Jugendliche nutzen Lachgas (Distickstoffmonoxid) häufig als Partydroge. Der Konsum von Lachgas ist aber gerade für Minderjährige mit hohen Gesundheitsrisiken verbunden. Es ist ein süßliches, farbloses Gas, das weder explosiv noch brennbar ist. Es wird in der Industrie beispielsweise als Reifemittel für Obst oder zum Aufschäumen von Sahne verwendet. In der Medizin kommt es zur Behandlung von leichten Schmerzen zum Einsatz. Das Gas war in Deutschland bisher legal erhältlich. Die Risiken wurden dabei laut Expertinnen und Experten oft unterschätzt. Die Folgen sind Schwindelanfälle, Übelkeit und Lähmungserscheinungen. Gesundheitsministerin Nina Warken (CDU) hatte Vorbereitungen für ein Lachgasverbot im Juli auf den Weg gebracht, im November verabschiedete der Bundestag ein entsprechendes Gesetz, das jetzt in Kraft trat. Das neue Gesetz beschränkt zusätzlich die Verfügbarkeit sogenannter K.o.-Tropfen, die als "Vergewaltigungsdroge" eingesetzt werden können. Die in den Tropfen enthaltenen Stoffe Gamma-Butyrolacton (GBL) und 1,4-Butandiol (BDO) sind psychotrope Substanzen, die über das zentrale Nervensystem Einfluss auf die Psyche des Menschen nehmen. Verändert werden insbesondere Wahrnehmen, Denken, Fühlen und Handeln. Sie werden unter anderem für Sexualdelikte und Raubstraftaten missbraucht.