Soziale Isolation: Rezepte gegen Einsamkeit - Frankfurt startet Projekt

Datum12.04.2026 01:22

Quellewww.zeit.de

TLDRFrankfurt startet das Projekt „Social Prescribing – Rezepte gegen Einsamkeit“, um sozial isolierten Bürgern zu helfen. Das Konzept, das aus Großbritannien stammt, verschreibt kostenfreie soziale und kulturelle Aktivitäten wie Museumsbesuche oder Kurse, um neue Kontakte zu fördern und die gesellschaftliche Teilhabe zu steigern. Teilnehmer erhalten nach Erstkontakt und Gruppentreffen passende Angebote, um Einsamkeit als chronisches Problem zu bekämpfen, das gesundheitsschädlich sein kann.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Soziale Isolation“. Lesen Sie jetzt „Rezepte gegen Einsamkeit - Frankfurt startet Projekt“. Was tun gegen Einsamkeit? Frankfurter Bürgerinnen und Bürger, die sich mehr soziale Kontakte wünschen, können sich für ein besonderes Projekt namens "Social Prescribing – Rezepte gegen Einsamkeit" bewerben. "Die bisherige Resonanz ist positiv", heißt es bei der Stadt. Es hätten sich schon einige Interessenten gemeldet. Die Programme beginnen demnach ab Juni und sind kostenfrei.  Worum geht es genau? Das Konzept stamme aus Großbritannien und werde inzwischen auch in anderen Ländern angewendet. Laut den Angaben werden dabei Rezepte gegen Einsamkeit ausgestellt, auf denen beispielsweise kostenfreie soziale Aktivitäten verschrieben werden, also etwa einen Museumsbesuch oder die Teilnahme an Kursen.  "Das Prinzip ist einfach: Ähnlich wie bei einer medizinischen Behandlung erhalten Menschen, die unter Einsamkeit oder sozialer Isolation leiden, ein „Rezept“ – allerdings nicht für Medikamente, sondern für passende soziale oder kulturelle Aktivitäten", hieß es bei der Stadt Frankfurt. "Ziel ist es, Menschen dabei zu unterstützen, neue Kontakte zu knüpfen und wieder stärker am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen", sagt Katharina Popp, die beim Gesundheitsamt für das Projekt zuständig ist.  Laut den Angaben erhalten Interessierte nach einem telefonischen Erstkontakt Fragebögen per Post oder E-Mail. Anschließend werden sie zu einem Gruppentreffen im Gesundheitsamt eingeladen, wo die Abteilung "Psychische Gesundheit" das Projekt organisiert. Dort werden dann weitere Details erläutert und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern passende Angebote zugeordnet.Das könnten beispielsweise Entspannungs- und Achtsamkeitskurse sein oder Bewegungsangebote sowie Kunst- und Kulturkurse oder Gruppenangebote. "Die Angebote sollen helfen, neue Erfahrungen zu machen, andere Menschen kennenzulernen und gemeinsam Zeit zu verbringen", so die Stadt.  "Einsamkeit ist ein subjektives Gefühl, bei dem die eigenen sozialen Beziehungen nicht den persönlichen Wünschen und Bedürfnissen entsprechen", heißt es beim Kompetenznetzes Einsamkeit (KNE), das auch beim Frankfurter Institut für Sozialarbeit und Sozialpädagogik angesiedelt ist.  Problematisch werde Einsamkeit, wenn sich dieses Gefühl verstetige und mit einem dauerhaften Leidensdruck einhergehe. "Chronische Einsamkeit macht nicht nur unglücklich, sondern ist mit einer Vielzahl an körperlichen und psychologischen Erkrankungen verbunden." © dpa-infocom, dpa:260411-930-932924/1