Datum11.04.2026 23:04
Quellewww.spiegel.de
TLDRUkraine und Russland werfen sich gegenseitige Verstöße gegen die angekündigte Oster-Feuerpause vor. Die Ukraine meldete hunderte russische Angriffe, während Russland ukrainische Attacken auf seine Grenzregionen beklagte. Präsident Selenskyj hofft dennoch auf eine Verlängerung der Waffenruhe. Zuvor gab es einen Gefangenenaustausch und schwere Drohnenangriffe beiderseits.
InhaltRussland und die Ukraine beschuldigen einander, gegen die Waffenruhe während des orthodoxen Osterfests verstoßen zu haben. Der ukrainische Präsident Selenskyj hofft trotzdem auf eine Verlängerung. Nur wenige Stunden nach Inkrafttreten einer Feuerpause zum orthodoxen Osterfest hat Russland nach ukrainischen Angaben Hunderte Male dagegen verstoßen. "Seit 16.00 Uhr wurden 469 Verstöße gegen die Waffenruhe registriert", erklärte am Samstagabend der Generalstab der ukrainischen Armee. Es habe unter anderem 22 direkte Angriffe sowie 153 Bombenangriffe gegeben. Zudem seien fast 300 Drohnenangriffe gezählt worden. Die Gouverneure der russischen Grenzregionen Kursk und Belgorod erklärten indes, auch die Ukraine habe trotz der Vereinbarung angegriffen. Dabei seien am Samstag fünf Menschen verletzt worden. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ging in seiner abendlichen Videoansprache nicht auf die Vorwürfe ein. Er bekräftigte vielmehr, dass sich die Ukraine an die von Russlands Präsident Wladimir Putin am Donnerstag angekündigte Waffenruhe halten werde, und äußerte den Wunsch nach einer Verlängerung. "Wir haben Russland diesen Vorschlag unterbreitet", sagte Selenskyj. Putin hatte die Waffenruhe über das orthodoxe Osterwochenende ausgerufen und den russischen Streitkräften befohlen, die Kampfhandlungen bis Sonntagabend einzustellen. Kurz vor Beginn der Feuerpause hatten Russland und die Ukraine erneut Kriegsgefangene ausgetauscht. Wie die Behörden am Samstag mitteilten, ließen beide Seiten je 175 Soldaten frei. Kurz vor Beginn der angekündigten Oster-Waffenruhe kam es zu schweren Drohnenangriffen. Wie die Nachrichtenagentur AP berichtete, wurden in Odessa mindestens zwei Menschen getötet und zwei weitere verletzt. In Cherson starb ein Busfahrer kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe durch einen Drohnentreffer. Insgesamt meldete die Ukraine 160 russische Drohnenangriffe in der Nacht, von denen die meisten abgefangen wurden. Russland wiederum gab an, 99 ukrainische Drohnen über Russland und der besetzten Krim abgeschossen zu haben. Im vergangenen Jahr hatte Russland ebenfalls eine Feuerpause über Ostern verkündet. Beide Seiten beschuldigten sich anschließend, diese nicht eingehalten zu haben.