Ungarn: Orbán warnt vor Krieg – Magyar verspricht Neuanfang

Datum11.04.2026 22:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRAm Ende des Wahlkampfes in Ungarn warben Ministerpräsident Orbán und Herausforderer Magyar um Wähler. Orbán betonte, Ungarn aus dem Ukraine-Krieg heraushalten zu wollen und wies Russland-Nähe-Vorwürfe zurück. Magyar versprach einen Neuanfang, Korruptionsbekämpfung und die Verankerung Ungarns in Europa. Meinungsumfragen sehen Magyars Partei Tisza im Aufwind.

InhaltZum Abschluss des Wahlkampfes in Ungarn haben die beiden Kontrahenten noch einmal Tausende Anhänger mobilisiert. Regierungschef Orbán versuchte bei einer Kundgebung, den Vorwurf der Russland-Nähe zu widerlegen. Zum Abschluss des Wahlkampfs in Ungarn haben Ministerpräsident Viktor Orbán und sein chancenreicher Herausforderer, Oppositionschef Péter Magyar, erneut um die Stimmen der rund acht Millionen wahlberechtigten Bürger geworben. Orbán empfahl sich vor allem als Garant dafür, dass das Land nicht in den Krieg in der benachbarten Ukraine hineingezogen werde. Magyar wiederum betonte, dass es darum gehe, der Korruption Einhalt zu gebieten. "Viele Millionen Ungarn werden morgen für ein europäisches, funktionsfähiges, menschliches, freies und unabhängiges Ungarn stimmen", sagte Magyar am Vorabend der Parlamentswahl in der ostungarischen Stadt Debrecen vor mehr als 10.000 Anhängern seiner bürgerlichen Partei Tisza. "Die Theiß schwillt an!", skandierten sie immer wieder. Die Abkürzung Tisza steht für den Parteinamen Respekt und Freiheit und bedeutet auf Ungarisch zugleich den Fluss Theiß, der durch das Land fließt und früher für seine Überschwemmungen bekannt war. "Morgen werden wir die Staatspartei (Fidesz von Orbán) bezwingen und unsere wunderbare Heimat von Korruption, Lüge, Hassrede und Verarmung befreien", rief er in die Menge. Während Orbán russische Agenten geholt habe und den Interessen Moskaus diene, werde seine künftige Regierung das Land wieder in Europa verankern. "Der Platz Ungarns ist, war und wird in Europa sein." Orbán wiederum sprach vor gut 2000 Anhängern vor der berühmten Fischer-Bastei auf der Budapester Burg. "Frieden ist das wichtigste Ziel dieser Wahl", sagte er mit Blick auf den Krieg in der von Russland angegriffenen Ukraine. "Wir werden unsere Kinder nicht in den Krieg (in der Ukraine) ziehen lassen", betonte er. "Wir haben nichts mit diesem Krieg zu tun, es ist ein Bruderkrieg zwischen zwei slawischen Völkern". Orbán kämpft seit Monaten hauptsächlich mit Kritik an der Ukraine und Angstmache rund um eine mögliche Verstrickung Ungarns in den Krieg im Nachbarland um Wählerstimmen . Orbán wies zugleich den von vielen Kritikern geäußerten Vorwurf zurück, eine russlandfreundliche Politik zu betreiben. Dass der Vorwurf nicht stimme, zeige sich auch daran, dass die derzeitige US-Regierung ihn unterstütze. Dies sei ein Beweis dafür, "dass wir zum Westen gehören", sagte Orbán. Vorher hatten US-Präsident Donald Trump und andere US-Politiker Orbán Erfolg bei der Wahl gewünscht. Zuletzt war US-Vizepräsident JD Vance nach Ungarn gereist, um Orbán im Wahlkampf beizuspringen . Meinungsumfragen zufolge könnte Orbáns Partei Fidesz die Wahl verlieren, zugunsten von Magyars Partei Tisza. Mit aussagekräftigen Teilergebnissen wird am späten Sonntagabend gerechnet.