Irlands Polizeichef sieht wegen Protesten gegen Spritpreis den »Staat in Gefahr«

Datum11.04.2026 21:12

Quellewww.spiegel.de

TLDRDer Chef der irischen Polizei, Justin Kelly, warnt, dass die Proteste gegen hohe Spritpreise, die teils gewaltsam sind, "den Staat in Gefahr" bringen. Blockaden von Raffinerien und Lagern führen zu Treibstoffengpässen, die Rettungsdienste beeinträchtigen. Die Demonstranten, angeführt von Landwirten und Spediteuren, nehmen Irland laut Kelly "in Geiselhaft". Die Polizei hat mit militärischer Unterstützung Blockaden gelöst, doch die Lage bleibt angespannt.

Inhalt"Sie nehmen das Land in Geiselhaft": Der Chef der irischen Polizei hat Demonstranten gewarnt, weiter gegen die Spritpreise anzugehen. Zuletzt hatten Protestierende eine Raffinerie blockiert – einige mit Gewalt. Die teils gewaltsamen Proteste in Irland gegen die hohen Spritpreise bringen nach Ansicht des obersten Polizeichef des Landes "den Staat in Gefahr". Justin Kelly warnte am Samstag in drastischen Worten vor einer Fortsetzung der Blockade von Tankstellen im ganzen Land sowie der einzigen Ölraffinerie im Land. Zugleich wurden zusätzliche Sicherheitskräfte entsandt, um die Blockaden aufzubrechen. Die Blockade "wichtiger nationaler Infrastruktur wie Treibstoffdepots und Raffinerien" habe zu massiven Treibstoffengpässen geführt, sagte Kelly. Dies wirke sich "unmittelbar auf Rettungsdienste wie Krankenhäuser, Krankentransporte und Feuerwehr aus". Die Demonstranten nähmen mit ihren "illegalen" Aktionen "das Land in Geiselhaft", kritisierte der Chef der irischen Polizei, die auch Gardaí genannt wird. Die Demonstrationen gegen die hohen Spritpreise hatten am Dienstag begonnen – sie wurden von Landwirten und dem Speditionsgewerbe angeführt. Teilnehmer blockierten teilweise die einzige Raffinerie Irlands und schränkten die Zufahrt zu zwei Kraftstofflagern ein. Im Zuge einer groß angelegten Aktion entfernte die irische Polizei mithilfe von Streitkräften Traktoren vor der Ölraffinerie Whitegate, die seit Tagen blockiert worden war. Tanklaster konnten die Raffinerie laut der Nachrichtenagentur PA nun wieder erreichen, über die ein Drittel der Kraftstoffversorgung des Landes gedeckt wird. Kevin McPartlan, Geschäftsführer der Interessenvertretung Fuels for Ireland, hatte demnach zuvor mitgeteilt, dass bei Hunderten Tankstellen im Land der Kraftstoff ausgegangen sei. Er warnte vor einer weiteren Verschlechterung der Lage, sollten die Blockaden kein Ende finden. In der Hauptstadt Dublin sorgten Demonstrationen für Verkehrschaos. Unzählige Tankstellen, vor allem im Westen des Landes, hatten wegen Panikkäufen keinen Kraftstoff mehr.