Datum11.04.2026 19:48
Quellewww.spiegel.de
TLDRPapst Leo hat angesichts des Irankriegs und weltweiter Konflikte einen eindringlichen Friedensappell gerichtet. Er verurteilte "Allmachtsfantasien" und den Missbrauch von Religion für Gewalt und rief zu Dialog und Verhandlung statt Aufrüstung auf. Der Papst, der sich zuletzt ungewöhnlich scharf über Äußerungen der US-Regierung äußerte, betonte, dass wahre Stärke im Dienst am Leben liege.
Inhalt"Setzt euch an den Verhandlungstisch": Papst Leo hat sich erneut mit einem eindringlichen Appell in den Irankrieg eingemischt. Er nannte die USA nicht beim Namen, doch der Adressat seiner Botschaft war eindeutig. Regelmäßig prangert Papst Leo XIV. die Kriege in der Welt an. Parallel zu den Verhandlungen zwischen den USA und Iran über ein Ende des Irankriegs rief er zum Friedensgebet. "Schluss mit dem Krieg!", sagte das Oberhaupt von weltweit etwa 1,4 Milliarden Katholiken bei dem großen Friedensgebet im Petersdom. An die Regierenden richtete der Papst in seiner Predigt einen direkten Appell: "Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!" Die Welt erlebe derzeit eine dramatische Zuspitzung: Es gebe "anscheinend noch nicht genug Gräber, weil man weiter kreuzigt und Leben vernichtet, ohne Recht und ohne Gnade", kritisierte Leo mit Blick auf anhaltende Kriege, Konflikte und tödliche Gewalt. Der Pontifex sprach von "Allmachtsfantasien, die um uns herum immer unberechenbarer und aggressiver werden". Leo kritisierte erneut den Missbrauch von Religion für Gewalt: "Sogar der heilige Name Gottes, des Gottes des Lebens, wird für Todesreden herangezogen." Überall seien Drohungen statt Aufrufe zum Zuhören und zur Begegnung zu vernehmen. Wer bete, töte nicht und drohe nicht mit dem Tod. Mit scharfen Worten verurteilte er Machtstreben in Verbindung mit Gewalt: "Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!" Wahre Stärke zeige sich "im Dienst am Leben". An die Regierenden der Welt gerichtet sagte er: "Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen die Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden!" Leo ist der erste Papst aus den USA. Zuletzt hatten sich die Friedensappelle des sonst zurückhaltenden Papstes mit Blick auf den Irankrieg verschärft. Die harschen Drohungen von US-Präsident Donald Trump gegen Iran verurteilte Leo ungewöhnlich scharf und nannte sie "wirklich inakzeptabel". Offenbar ist die Trump-Regierung mittlerweile so unzufrieden mit Leo, dass sie dem Pontifex jetzt offenbar mit mittelalterlichen Methoden droht. Will Trump jetzt auch noch den Papst entführen lassen? Mehr dazu lesen Sie hier .