Datum11.04.2026 18:44
Quellewww.spiegel.de
TLDRDie iranische Marine hat ein US-Kriegsschiff vor der Durchquerung der Straße von Hormus gewarnt und mit einem Angriff gedroht, sollten diese nicht umkehren. Diese Warnung erfolgte parallel zu Friedensverhandlungen zwischen den USA und Iran in Islamabad, bei denen die Blockade der Meerenge ein zentraler Streitpunkt ist. Iran beansprucht die Kontrolle der Meerenge, während die USA auf freie Passage pochen. Die strategisch wichtige Straße ist entscheidend für den globalen Öltransport.
InhaltErstmals seit Kriegsbeginn sollen nach Medienberichten wieder US-Kriegsschiffe die Straße von Hormus durchquert haben. Die iranische Marine drohte mit einem Angriff. Derweil verhandeln beide Seiten in Islamabad miteinander – offenbar sogar direkt. Irans Marine hat mit Beginn der Friedensverhandlungen ein US-Kriegsschiff vor einer Durchquerung der Straße von Hormus gewarnt. Die Streitkräfte der Islamischen Republik Iran beobachteten den US-Zerstörer genau, hieß es in einem Bericht der Nachrichtenagentur Tasnim. Sollte das Schiff seinen Kurs fortsetzen, drohe ein Angriff. Irans Delegation, die in Islamabad mit den USA Friedensgespräche aufgenommen hat, habe beim Vermittler Pakistan Beschwerde eingelegt und gefordert, dass der US-Zerstörer die Meerenge wieder verlasse. "Wenn die Bewegung des Schiffs fortgesetzt wird, wird es innerhalb von 30 Minuten angegriffen", ließ Iran Tasnim zufolge den USA mitteilen. "Axios"-Reporter Barak Ravid hatte zuvor unter Berufung auf einen US-Regierungsvertreter berichtet , dass sogar mehrere Schiffe der US-Marine die Straße von Hormus durchquert hätten. Der Schritt sei nicht mit Iran koordiniert worden. Das "Wall Street Journal" schrieb unter Berufung auf Regierungskreise, es hätten erstmals seit Kriegsbeginn zwei US-Kriegsschiffe die Meerenge durchfahren. Ein ranghoher iranischer Militärvertreter, auf den sich das iranische Staatsfernsehen berief, hatte die Angaben zunächst dementiert. Daten des Trackingdienstes Vesselfinder zeigten dann ein Schiff der US-Regierung mit nicht näher genannter Typenbezeichnung – wie beim Militär üblich – im Persischen Golf. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Indischen Ozean und damit die großen Ölförderländer der Region mit den Weltmärkten. Nach Angaben der Internationalen Energie-Agentur (IEA) wurden 2023 fast 30 Prozent des weltweit verschifften Öls hier transportiert. Iran hat die Kontrolle der Meerenge seit Kriegsbeginn an sich gerissen. US-Präsident Donald Trump hatte am Samstag auf seinem Onlinedienst Truth Social geschrieben, die USA hätten mit dem "Prozess zur Freigabe der Straße von Hormus" begonnen. Trump bezeichnete dies als "Gefälligkeit für Länder auf der ganzen Welt, einschließlich China, Japan, Südkorea, Frankreich, Deutschland und viele andere." Trump fügte hinzu: "Unglaublicherweise haben sie nicht den Mut oder den Willen, die Arbeit selbst zu erledigen." Er räumte aber ein, dass Schiffe in der Straße von Hormus auf von Iran gelegte Seeminen fahren könnten. Angeblich lägen "alle 28 Minenleger" der iranischen Flotte "auf dem Meeresgrund", so Trump. US-Vizepräsident JD Vance führt die Delegation an, die im pakistanischen Islamabad mit Iran nach Beginn der zweiwöchigen Waffenruhe Verhandlungen für eine dauerhafte Friedenslösung führt. Auf iranischer Seite ist Parlamentspräsident Mohammad Bagher Ghalibaf der ranghöchste Verhandler. Nach Angaben des Weißen Hauses sprechen die USA und Iran direkt miteinander, unter Anwesenheit von Vertretern des Vermittlers Pakistan. Ein hochrangiger Regierungsbeamter des Weißen Hauses bestätigte ein trilaterales Treffen. Zuvor hatte es bereits aus pakistanischen Sicherheitskreisen geheißen, dass es direkte Gespräche gebe. Die Blockade der Straße von Hormus zählt zu den zentralen Konfliktpunkten. Iran beansprucht die Kontrolle der Meerenge und plant die Einführung eines Mautsystems. Die USA hingegen bestehen auf einer freien und sicheren Passage von Schiffen ohne Gebühren – wie es vor Kriegsbeginn der Fall war.