Datum11.04.2026 14:55
Quellewww.spiegel.de
TLDRPakistan vermittelt Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran in Islamabad. Premierminister Sharif führt Vorgespräche. Iran fordert Garantien bezüglich der Straße von Hormus, Reparationen und eine regionale Feuerpause, geht aber laut Außenminister Araghchi mit Misstrauen in die Verhandlungen. Parallel berichtet das "Wall Street Journal" über Irans fortbestehendes ballistisches Raketenarsenal, was Aussagen des US-Verteidigungsministers widerspricht.
InhaltPakistans Premierminister Sharif vermittelt zwischen Iran und den USA – nun haben die Verhandlungen begonnen. Das "Wall Street Journal" berichtet derweil anders über das iranische Raketenarsenal als die US-Regierung. In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad haben Friedensgespräche zwischen den USA und dem Iran begonnen. Das teilten pakistanische Regierungsvertreter mit, auch der iranische Staatssender Irib meldete den Beginn. Zuvor hatte Pakistans Premierminister und Vermittler Shehbaz Sharif getrennte Vorgespräche mit beiden Delegationen geführt. Nach Angaben der pakistanischen Regierung traf er US-Vizepräsident JD Vance sowie den iranischen Parlamentspräsidenten Mohammad Bagher Ghalibaf. Die Nachrichtenagentur Reuters berichtete mit Verweis auf einen Reporter des staatlichen Fernsehens, dass Iran rote Linien für die Verhandlungen mit den USA ziehe. Demnach müssten die Nutzung der Straße von Hormus, Reparationszahlungen, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und eine für die ganze Region geltende Feuerpause vereinbart werden, hieß es seitens des Reporters. Diese Forderungen seien der pakistanischen Regierung übergeben worden. Der iranische Staatssender Irib zitierte unterdessen Außenminister Abbas Araghchi. Er erklärte demnach, man gehe mit "völligem Misstrauen" in die Gespräche und werde mit aller Kraft dafür kämpfen, die Interessen und Rechte der iranischen Nation zu sichern. Der Staatssender bezog sich dabei auf ein Telefonat Araghchis mit dem deutschen Außenminister Johann Wadephul (CDU) am Donnerstag. Schauplatz des Spitzentreffens in Islamabad ist das in der Nähe des pakistanischen Außenministeriums gelegene Serena-Hotel. Das Nobelhotel befindet sich in der sogenannten Roten Zone, in der erhöhte Sicherheitsvorkehrungen gelten. Das "Wall Street Journal" berichtet unterdessen mit Verweis auf mit US-Geheimdiensten vertraute Offizielle, dass Iran – entgegen vorherigen Aussagen der US-Regierung – auch weiterhin über Tausende ballistische Raketen in seinem Arsenal verfüge. Das Regime könne diese demnach mithilfe von unterirdisch gelagerten Raketenwerfern aktivieren, wenngleich der Bestand halbiert worden sei. Einige US-Beamte hätten sich demnach besorgt gezeigt, Iran könne die Kampfpause nutzen, um sein Raketenarsenal wiederherzustellen. Verteidigungsminister Pete Hegseth hatte am Mittwoch gesagt, die USA hätten mit ihren Angriffen Irans Fähigkeiten zum Bau von Raketen zerstört. "Wir haben die vollständige Zerstörung der iranischen Verteidigungsindustrie abgeschlossen, ein zentrales Element unseres Auftrags", so Hegseth. "Sie können keine Raketen mehr bauen." Das beträfe auch andere hoch entwickelte Waffen, sagte er.