Thailand: Wegen Cyberkriminalität gesuchter Deutscher in Bangkok gefasst

Datum11.04.2026 13:35

Quellewww.spiegel.de

TLDRIn Bangkok wurde ein wegen Cyberkriminalität gesuchter Deutscher festgenommen. Dem Mann werden 74 Haftbefehle aus Deutschland und Europa vorgeworfen, die Ransomware-Dienste und DDoS-Attacken betreffen. Er soll in einer Luxuswohnung gelebt und per Kryptowährung bezahlt worden sein. Nach mehrfachen Wohnortwechseln wurde er in Thailand gefasst und seine Aufenthaltserlaubnis entzogen, er erwartet nun die Abschiebung.

InhaltEr lebte laut Medien wie ein Bond-Bösewicht: Ermittler haben in Thailand einen jungen Deutschen festgenommen. Gegen ihn sollen 74 Haftbefehle mit Bezug zu Cyberkriminalität vorliegen. Ein mit dutzenden Haftbefehlen gesuchter Deutscher ist thailändischen Medien zufolge in Bangkok festgenommen worden. Demnach verhafteten thailändische Ermittler den jungen Mann am Freitag. Behörden in Deutschland und Europa werfen ihm schwere Cyberkriminalität vor. Gegen den Mann sollen insgesamt 74 Haftbefehle vorliegen wegen Verbrechen, die er mutmaßlich in den Jahren 2021 bis 2025 verübte, berichtete etwa die "Bangkok Post " unter Berufung auf thailändische Ermittler. Ihm werden unter anderem Internet-Erpressung und Hacking vorgeworfen. Er soll Ransomware-Dienste betrieben und zudem Plattformen angeboten haben, mit denen sogenannte Denial-of-Services-Attacken (DDoS-Attacken), durchgeführt werden konnten. Dabei werden Webseiten und Apps gezielt lahmgelegt, indem sie mit unzähligen Datenanfragen überschüttet werden. Den Ermittlern zufolge soll der Verdächtige für seine Dienste direkte Zahlungen per Kryptowährung angenommen haben, wie Medien berichten. Die Ermittler fanden den Mann demnach auf Ersuchen internationaler Behörden im Bangkoker Bezirk Watthana vor. Der junge Mann, der Berichten zufolge 26 oder 27 Jahre alt sein soll, habe wie der Bösewicht aus einem James-Bond-Film gelebt, beschreibt das Online-Portal "Thai Examiner ". Ermittler hätten ihn demnach in einer Luxus-Wohnanlage vorgefunden und ihn ohne Widerstand festgenommen. Einem Medienbericht  zufolge sollen die Ermittler einen Computer, drei iPads, ein anderes Tablet, drei Smartphones, ein digitales Wallet und diverse elektronische Geräte beschlagnahmt haben. Bevor der Verdächtige sich in Thailand niederließ, soll er mehrfach den Wohnort gewechselt und unter anderem in Dubai und China gelebt haben, offenbar, um einer Festnahme zu entgehen. Den Medienberichten zufolge entzogen die thailändischen Behörden dem Mann seinen Aufenthaltstitel. Er soll als Gefahr für die öffentliche und nationale Sicherheit eingestuft worden sein. Der Mann warte nun in Haft auf seine Abschiebung nach Deutschland.