Datum11.04.2026 12:12
Quellewww.zeit.de
TLDRGroßbritannien hat die Rückgabe der strategisch wichtigen Chagos-Inseln an Mauritius gestoppt, angeblich unter Druck der USA. Die Inseln beherbergen die US-britische Militärbasis Diego Garcia. Premierminister Starmer hatte ein Abkommen zur Rückgabe unterzeichnet, doch US-Präsident Trump kritisierte dies. Die britische Regierung will das Abkommen nur fortsetzen, wenn die USA zustimmen. Ein Gesetzentwurf zur Rückgabe ist verfallen. Die Basis Diego Garcia ist ein wichtiger Stützpunkt für GPS und Kommunikation.
InhaltEigentlich wollte Großbritannien die Cagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius zurückgeben. Die britische Regierung hat den Plan ausgesetzt – wohl auf Druck der USA. Die britische Regierung hat ihren Plan zur Rückgabe der strategisch wichtigen Chagos-Inseln im Indischen Ozean an Mauritius wegen Kritik von US-Präsident Donald Trump vorerst gestoppt. Das teilte ein Regierungssprecher mit. Ursprünglich wollte Großbritannien den etwa 2.000 Kilometer nordöstlich von Mauritius gelegenen Archipel an seine ehemalige Kolonie zurückgeben. Ein entsprechendes Abkommen zur Rückgabe der Chagos-Inseln war im Mai vergangenen Jahres vom britischen Premierminister Keir Starmer unterzeichnet worden. Auf den Inseln befindet sich auch der US-britische Militärstützpunkt Diego Garcia. Für diesen wurde für den Zeitraum von hundert Jahren eine Pacht vereinbart. Trump hatte dem ursprünglich vorgesehenen Abkommen nach seiner Unterzeichnung zunächst zugestimmt, es im Januar aber als "große Dummheit" kritisiert. Die britische Regierung stehe dazu weiter mit den USA und Mauritius im Gespräch, sagte der Regierungssprecher. "Wir glauben weiterhin, dass das Abkommen der beste Weg ist, um die Zukunft der Militärbasis langfristig zu sichern, aber wir haben immer gesagt, dass wir das Abkommen nur weiter vorantreiben, wenn es die Unterstützung der USA hat." Wie der britische Sender BBC berichtete, war ein Gesetzentwurf zur Rückgabe des Archipels im Parlament verfallen. Mit der Vorlage eines neuen Gesetzentwurfes werde nicht gerechnet, hieß es unter Berufung auf Regierungsvertreter. Zu Beginn der US-israelischen Luftangriffe auf den Iran Ende Februar hatte Starmer zunächst jegliche britische Beteiligung abgelehnt und den USA auch die Nutzung britischer Militärbasen verweigert. Wenig später gab Starmer aber bekannt, dass er einer US-Anfrage zur Nutzung britischer Stützpunkte für einen "speziellen und begrenzten Verteidigungszweck" zugestimmt habe. Bei einem der Stützpunkte handelte es sich um Diego Garcia. Nach Beginn des Krieges soll der Iran laut Angaben des Staatsfernsehens zwei ballistische Raketen auf den von Großbritannien und den USA gemeinsam genutzten Militärstützpunkt abgefeuert haben. Ein britischer Regierungsvertreter bestätigte damals der Nachrichtenagentur AFP die Medienberichte. Er sprach von einem "erfolglosen Angriff" auf Diego Garcia. Dennoch hatte die Entwicklung Besorgnis ausgelöst, der Stützpunkt galt bislang als unantastbares Hinterland, er liegt etwa 4.000 Kilometer südöstlich der iranischen Küste. Dem Iran ginge es darum, die Reichweite seiner Raketen unter Beweis zu stellen, äußerten Nahostexperten. Auf der Insel Diego Garcia gibt es eine Bodenstation für das globale Navigationssatellitensystem GPS sowie Weltraumüberwachungs- und Kommunikationsanlagen. Weil der Stützpunkt abgeschieden liegt und dennoch große Reichweiten ermöglicht, gilt er als ein strategischer Schlüsselpunkt der US-britischen Militärpräsenz im Indischen Ozean.