Datum11.04.2026 11:25
Quellewww.spiegel.de
TLDRDer Leser Markus Haas kritisiert die Annahme, dass die Abschaffung des Ehegattensplittings Frauen in Vollzeitjobs bringen würde. Er argumentiert, dass Firmen derzeit nicht genügend Arbeitsplätze anbieten, selbst für qualifizierte Frauen, die ihre Arbeitszeit aufstocken möchten. Zudem bezweifelt Haas einen pauschalen Fachkräftemangel, da dieser branchenabhängig sei und Insolvenzen derzeit Fachkräfte freisetzten.
Inhalt "Firmen haben oft gar nicht so viel Arbeit anzubieten" Der Leser Markus Haas aus München hat den Artikel "Jetzt spielt Klingbeil seine letzte Karte" (hier der Text) kritisiert. Chefkorrespondent Gerald Traufetter hat sich bei ihm gemeldet. Eine Auseinandersetzung. SPIEGEL: Herr Haas, warum liegen der Bundesfinanzminister und wir falsch dabei, Frauen könnten durch die Abschaffung des Ehegattensplittings in Arbeit gebracht werden? Haas: Sie gehen von der simplen Annahme aus: mehr Arbeit, mehr Wachstum, mehr Steuern – etwa indem Frauen von Teilzeit in Vollzeit wechseln. Dabei haben Firmen derzeit gar nicht so viel Arbeit anzubieten. Ich kenne mehrere gut ausgebildete Frauen, denen der Arbeitgeber ein Aufstocken von 60 auf 80 Prozent verweigert hat. SPIEGEL: Ökonomen widersprechen: Wir haben unter anderem kein Wachstum, weil es an Fachkräften mangelt. Haas: Der Fachkräftemangel existiert nicht so pauschal, sondern nur in manchen Branchen. Auch die massive Insolvenzwelle in Deutschland setzt doch zahlreiche Fachkräfte frei, die einem vermeintlichen Mangel entgegenwirken.