Datum11.04.2026 10:49
Quellewww.spiegel.de
TLDRAm Dienstag legt die Gewerkschaft Ver.di den Nahverkehr in vielen bayerischen Städten mit ganztägigen Warnstreiks lahm. U-Bahnen, Busse und Trams in München, Nürnberg und weiteren Kommunen sind betroffen. Die Streiks sollen Druck auf die Arbeitgeber vor der fünften Verhandlungsrunde für bessere Entgelte und Arbeitszeiten ausüben. S- und Regionalbahnen sind nicht betroffen.
InhaltIn vielen bayerischen Städten sollen am Dienstag U-Bahnen, Busse und Trams ausfallen. Die Gewerkschaft Ver.di will damit den Druck auf die Arbeitgeber in den Tarifverhandlungen erhöhen. Die Gewerkschaft Ver.di ruft für Dienstag zu ganztägigen Warnstreiks im Nahverkehr mehrerer großer bayerischer Städte auf. Unter anderem soll der Arbeitskampf U-Bahn, Bus und Tram in München und Nürnberg lahmlegen, wie Ver.di mitteilt. Auch in Augsburg, Regensburg, Fürth, Bayreuth, Dachau, Passau, Landshut und Schweinfurt werden die öffentlichen Verkehrsmittel der Gewerkschaft zufolge bestreikt. Nicht betroffen sind S- und Regionalbahnen. Auch Aschaffenburg ist vom Streik betroffen, dort erwartet Ver.di aber keine Auswirkungen für die Fahrgäste, weil der Tarifvertrag Nahverkehr überwiegend im Werkstattbereich angewendet werde. Teilweise waren die Warnstreiks im Vorfeld bekannt: In Regensburg hatten die dortigen Stadtwerke bereits am Freitag vor den Auswirkungen gewarnt. Dort wird ein Notfahrplan eingerichtet. Ähnliches dürfte auch in den meisten anderen betroffenen Städten der Fall sein. Im Busbereich kann erfahrungsgemäß oft ein Teilverkehr mit Fahrzeugen externer Dienstleister aufrechterhalten werden. Bei U-Bahn und Trams waren die Ausfälle zuletzt meist stärker. Mit der Aktion am Vortag der fünften Verhandlungsrunde für Bayern will Ver.di Druck auf die Arbeitgeber machen. Inzwischen hat die Gewerkschaft ihre Forderungen ein Stück weit reduziert und will eine Erhöhung der Entgelte um 550 Euro in zwei Schritten bei einer Laufzeit von 24 Monaten sowie eine Reduzierung der wöchentlichen Arbeitszeit. Auch die Arbeitgeber hatten nach der letzten Verhandlungsrunde mitgeteilt, dass sie ihr Angebot verbessert hätten, die Forderung der Gewerkschaft aber als "realitätsfern" abgelehnt. Man habe "großes Verständnis für den Frust der Fahrgäste" und sei sich der angespannten Situation in Anbetracht der hohen Energiepreise bewusst, heißt es von Verdi. "All diese Probleme können jedoch nur politisch gelöst und nicht auf dem Rücken der Beschäftigten ausgetragen werden." Im aktuellen Tarifkonflikt hat es bereits zahlreiche Warnstreiks gegeben. Zwei davon laufen aktuell noch: In Bayreuth und Bamberg ist der Nahverkehr noch bis zur Nacht von Samstag auf Sonntag betroffen.