Illegale Automaten: Polizei deckt mehr illegales Glücksspiel auf

Datum11.04.2026 05:30

Quellewww.zeit.de

TLDRDie Polizei in Schleswig-Holstein hat im vergangenen Jahr einen deutlichen Anstieg illegaler Glücksspiel-Veranstaltungen aufgedeckt. Die Zahl der registrierten Fälle und der beteiligten Personen ist signifikant gestiegen. Dies umfasst illegale Spielhallen sowie nicht genehmigte Pokerrunden und den Einsatz von Glücksspielautomaten in Gaststätten und Vereinen. Während Ordnungsämter für die Automatenkontrolle zuständig sind, deckt die Polizei bei Razzien auch unerlaubten Einsatz auf. Schleswig-Holstein nimmt das Problem ernster als andere Bundesländer, was sich in den vergleichsweise hohen Fallzahlen widerspiegelt.

InhaltHier finden Sie Informationen zu dem Thema „Illegale Automaten“. Lesen Sie jetzt „Polizei deckt mehr illegales Glücksspiel auf“. Schleswig-Holsteins Ordnungshüter haben im vergangenen Jahr mehr illegale Spielhallen und andere illegale Spielstätten ausgehoben. Wie das Innenministerium mitteilte, registrierte die Polizei 54 unerlaubte Glücksspiel-Veranstaltungen. 2023 waren es nur 19 gewesen und ein Jahr später 31.  Auch die Anzahl der involvierten Menschen stieg: Hatte die Polizei 2023 noch 133 Beteiligungen an unerlaubtem Glücksspiel festgestellt, so waren es ein Jahr später bereits 318 Beteiligungen und 2025 373 Beteiligungen. Die Anzahl der Tatverdächtigen ist in der Regel etwas höher, da sich mancher Beteiligungsvorwurf auch gegen mehrere Menschen richtet. In den meisten Fällen ist aber nur ein Mensch gemeint. Es geht um Pokerrunden und andere Spiele sowie um Automaten in Kneipen, Kulturvereinen und andere Einrichtungen. Für die Kontrolle der Automaten sind zwar die Ordnungsämter zuständig, bei Razzien der Polizei fliegt häufig aber auch der unerlaubte Automaten-Einsatz auf. Legale Spielotheken-Anbieter wie die Firmen Merkur aus Espelkamp (NRW) und Löwen Entertainment (Rheinland-Pfalz) beklagen sich über einen boomenden Schwarzmarkt, der ihre Geschäfte erschwere. Aus Sicht von Branchenexperten hat das Problem des illegalen Glücksspiels einen unterschiedlichen Stellenwert in den Bundesländern: Während manche Bundesländer eher wenig tun und dies mit der Dringlichkeit des Vorgehens gegen andere Straftaten begründen, so wird Schleswig-Holstein attestiert, das Problem ernst zu nehmen. Blickt man auf andere Bundesländer, so sind die von Schleswig-Holstein ermittelten Fallzahlen tatsächlich relativ hoch. © dpa-infocom, dpa:260411-930-930635/1