Datum10.04.2026 22:52
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Kongress-Ausschuss plant Anhörungen von Opfern des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein. Dies folgt einer Forderung von First Lady Melania Trump. Der Ausschussvorsitzende James Comer bestätigte die Anhörungspläne, nannte aber keinen Zeitpunkt. Viele Opfer seien noch nicht bereit auszusagen. Epstein betrieb einen Missbrauchsring, der zahlreiche Minderjährige betraf; er starb 2019 in Haft. Einige Opfer sehen Trumps Forderung als Ablenkung.
InhaltMelania Trump forderte den US-Kongress auf, die Opfer des Sexualstraftäters Jeffrey Epstein unter Eid aussagen zu lassen. Nun teilt auch der zuständige Ausschuss mit, man werde die Opfer anhören. Der Vorsitzende des Parlamentsausschusses zum Epstein-Skandal, James Comer, befürwortet eine Anhörung der Opfer des Sexualstraftäters. "Wir werden Anhörungen abhalten", sagte der Republikaner dem Sender "Fox News". Comer ergänzte zugleich, dass er schon immer vorgehabt habe, im Verlauf der Ausschussarbeit auch die Opfer zu hören. Einen Zeitpunkt nannte er aber nicht. Einige der Opfer seien bereit, auszusagen, die meisten jedoch nicht. Er stehe seit Monaten mit Anwälten der Betroffenen im Austausch, sagte Comer. Bei einem Auftritt im Weißen Haus hatte die US-amerikanische First Lady Melania Trump den Kongress aufgefordert, Opfer von Jeffrey Epstein unter Eid aussagen zu lassen. "Jede einzelne Frau sollte auf Wunsch die Gelegenheit bekommen, ihre Geschichte öffentlich zu erzählen", sagte sie. "Dann, und nur dann, werden wir die Wahrheit erfahren." Ihr Auftritt führte zu Spekulationen über den Grund des Statements. Melania Trump betonte darin zunächst, dass sie kein Opfer Epsteins gewesen und sie und Epstein keine Freunde gewesen seien. Auch sei sie nie auf seiner Privatinsel oder in einem seiner Flugzeuge gewesen. Konkreter wurde sie nicht. Multimillionär Jeffrey Epstein aus New York hatte vor Jahrzehnten einen Missbrauchsring betrieben, dem viele Frauen und Minderjährige zum Opfer fielen. Über mehrere Jahre hinweg soll Epstein Minderjährige etwa in New York und Florida auch selbst missbraucht haben. 2019 war Epstein mit 66 Jahren im Gefängnis gestorben. Ihre Botschaft kam zu einem Zeitpunkt, an dem ihr Ehemann und seine Regierung scheinbar erfolgreich dabei waren, die Epstein-Kontroverse hinter sich zu lassen, die wochenlang im Fokus stand. Der Fall Epstein war durch den Krieg in Iran und andere Themen in den Hintergrund geraten. Eine Gruppe von Opfern kritisierte die Forderung der First Lady. Die Frauen betonten, man habe sich bereits geäußert und außergewöhnlichen Mut bewiesen. Die Forderung sei nur eine Ablenkung, da das Justizministerium sich etwa für zurückgehaltene Ermittlungsakten verantworten müsse.