Datum10.04.2026 20:41
Quellewww.spiegel.de
TLDRGroßbritannien verschärft das Strafrecht gegen KI-generierte Deepfakes und droht Tech-Bossen mit Haftstrafen und Bußgeldern, falls Plattformen nicht gegen sexuelle Darstellungen vorgehen. Die Erstellung und Verbreitung von Deepfakes ohne Zustimmung ist bereits strafbar. Eine Gesetzesänderung soll auch die Verbreitung von KI-generiertem pornografischem Material, das Kinder oder inzestuöse Handlungen zeigt, unter Strafe stellen. Deutschland plant ebenfalls eine Reform, um gegen digitale sexualisierte Gewalt vorzugehen.
InhaltErst kürzlich hatte die britische Regierung das Strafrecht für digitale Gewalt verschärft. Jetzt macht sie klar, dass Nichtstun für die Techbosse selbst ernsthafte Konsequenzen haben kann. Die britische Regierung sendet ein eindeutiges Signal, wen sie für die Regulierung KI-generierter Deepfakes in der Verantwortung sieht: Weigern sich Plattformen, KI-generierte, sexuelle Darstellungen zu löschen, könnten "Führungskräfte des Technologie-Sektors persönlich zur Verantwortung gezogen werden", heißt es in einer Erklärung der Medienaufsichtsbehörde Ofcom vom Freitag. Dies schließe Geld- und Gefängnisstrafen ein. Über einen entsprechenden Gesetzesvorschlag der regierenden Labour-Partei wird derzeit im britischen Unterhaus diskutiert. Das Erstellen und Teilen sexueller Deepfakes ohne Zustimmung der dargestellten Menschen ist in Großbritannien bereits seit Februar strafbar. Aufhänger war der KI-Chatbot Grok, der in den Onlinedienst X integriert ist und Bilder und Videos mit sexuellem Inhalt erstellen kann. Die britische Regierung hatte Unternehmen, die sich weigern, Bilder und Videos innerhalb einer bestimmten Frist zu löschen, bereits mit Geldstrafen von bis zu zehn Prozent ihres weltweiten Umsatzes und einer Sperrung der Dienste in Großbritannien gedroht. Eine ebenfalls am Freitag vorgestellte Änderung des Gesetzesvorhabens betrifft laut Regierung pornografisches Material, das mithilfe von KI erstellt wurde und "inzestuöse Handlungen oder die Darstellung von Kindern mit Erwachsenen zeigt". Deren Erstellung und Verbreitung könnte demnach ebenfalls bald strafbar werden. In Deutschland ist die Verbreitung von Deepfakes mit sexualisierendem Inhalt bislang noch nicht explizit strafbar. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) strebt eine schnelle Reform des Strafgesetzbuchs zum besseren Schutz vor digitaler sexualisierter Gewalt an.