Frankreich: Vater sperrte Sohn mehr als ein Jahr lang in Lieferwagen ein

Datum10.04.2026 19:56

Quellewww.zeit.de

TLDREin Neunjähriger wurde im Elsass nach über einem Jahr Gefangenschaft aus einem stark unterernährten Zustand aus einem Lieferwagen befreit. Sein Vater hat gestanden, ihn seit November 2024 eingesperrt zu haben, um ihn vor seiner neuen Partnerin zu "schützen", die angeblich eine psychiatrische Einweisung erwirkte. Die Polizei wurde durch Anwohner alarmiert. Gegen die Partnerin wird wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt. Das Kind wurde ins Krankenhaus gebracht.

InhaltIm Elsass hat die Polizei einen unterernährten Neunjährigen aus einem Lieferwagen befreit. Der Vater hat zugegeben, ihn seit November 2024 dort eingesperrt zu haben. Die französische Staatsanwaltschaft ermittelt gegen einen 43 Jahre alten Mann aus dem Elsass, der seinen Sohn mehr als ein Jahr lang in einem Lieferwagen gefangen gehalten haben soll. Die Polizei befreite den Neunjährigen bereits am Montag in der kleinen Gemeinde Hagenbach im Elsass. Gegen die Partnerin des Mannes, die nicht die Mutter des Kindes ist, werde unter anderem wegen unterlassener Hilfeleistung ermittelt, teilte Staatsanwalt Nicolas Heitz mit. Die Frau bestritt die Vorwürfe. Anwohner hatten die Polizei informiert, weil sie Geräusche aus dem Lieferwagen gehört hatten. Das Kind sei offensichtlich unterernährt und habe nicht mehr laufen können, sagte der Staatsanwalt. Es sei umgehend in ein Krankenhaus eingeliefert worden. Bei seiner Befreiung lag der Junge nackt umgeben von Müll und Exkrementen im Lieferwagen. Der Vater habe eingeräumt, dass er den Jungen ab November 2024 eingesperrt habe. Er habe ihn auf diese Weise vor seiner neuen Partnerin schützen wollen, die ihn angeblich in die Psychiatrie habe einweisen wollen, sagte der Staatsanwalt. Bei einer Befragung habe auch der Junge angegeben, große Probleme mit der Lebensgefährtin gehabt zu haben, die ihn nicht mehr in der Wohnung haben wollte und gedrängt habe, dass er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen werde. Sein Vater habe ihn in den Kleinbus gesperrt, um eine Einweisung zu vermeiden. Dieser Artikel wird weiter aktualisiert.