Berlin: SPD drängt eigene Spitzenkandidatin für Berlin-Mitte zum Rücktritt

Datum10.04.2026 17:57

Quellewww.spiegel.de

TLDRDie SPD in Berlin-Mitte drängt ihre Bezirksbürgermeisterkandidatin Uta Francisco dos Santos zum Rücktritt. Seit Sommer 2024 war sie überwiegend krankgeschrieben, trat aber dennoch im Vorwahlkampf auf und informierte die Partei nicht transparent über ihre berufliche Situation. Medienberichte und die SPD-Spitze werfen ihr vor, ihre Erkrankung nicht offen kommuniziert zu haben. Francisco dos Santos will trotz des Drucks und eines ärztlichen Attests, das ihre Kandidatur als unproblematisch einstuft, festhalten. Die SPD fordert nun eine schnelle Neubesetzung der Kandidatur.

InhaltUta Francisco dos Santos wollte für die SPD Bezirksbürgermeisterin in Berlin-Mitte werden. Dabei war sie seit 2024 überwiegend krankgeschrieben. Die Personalie wird für die Partei zur Belastung im Wahlkampf. Der SPD in Berlin droht mehrere Monate vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus Chaos: Uta Francisco dos Santos sollte eigentlich als SPD-Kandidatin in den Wahlkampf ziehen um den Bezirksbürgermeisterposten in Berlin-Mitte. Nun drängt sie der Kreisverband-Mitte zum Rücktritt. Ein weiteres Festhalten der Kandidatur sei derzeit nicht verantwortbar, heißt es von den SPD-Kreisvorsitzenden Annika Klose und Yannik Haan. Denn: Francisco dos Santos war seit dem Sommer 2024 offenbar weitgehend krankgeschrieben bei ihrem Job in der Senatsfinanzverwaltung – und trat dennoch im Vorwahlkampf auf. Das berichtet der "Tagesspiegel" . Bei der SPD hätten sich durch die Medienberichte "schwerwiegende Fragen" ergeben, heißt es vom Kreisverband der Sozialdemokraten weiter. Francisco dos Santos sei nicht transparent mit ihrer beruflichen Situation umgegangen. Ihren Wahlkampf dokumentierte sie dagegen auf Instagram: Ich bin damit einverstanden, dass mir externe Inhalte angezeigt werden. Damit können personenbezogene Daten an Drittplattformen übermittelt werden. Mehr dazu in unserer Datenschutzerklärung. Und jetzt? Francisco dos Santos will laut "Tagesspiegel" an ihrer Kandidatur festhalten. Am Donnerstag hatte sie über einen Anwalt erklären lassen, dass sie seit längerer Zeit krankgeschrieben sei. Ein ärztliches Attest bescheinige jedoch, dass ihr ehrenamtliches Engagement, auch ihre Kandidatur, den Genesungsprozess nicht behinderten. Francisco dos Santos war auf einer Delegiertenversammlung am 20. November 2025 auf Platz eins der SPD-Liste für die Wahl zur Bezirksverordnetenversammlung in Mitte gesetzt worden. Damit war sie auch Kandidatin für das Amt der Bezirksbürgermeisterin. Druck übt nun sogar der SPD-Spitzenkandidat für die Wahl zum Berliner Abgeordnetenhaus aus. "Ich bin mit dem geschäftsführenden Kreisvorstand einer Meinung, dass Uta Francisco dos Santos nicht mehr für das Amt der Bezirksbürgermeisterin kandidieren kann", sagt Steffen Krach. Der ehemalige Staatssekretär und designierte Landesvorsitzende soll die SPD bei der Wahl am 20. September zurück ins Rote Rathaus führen. Er sagt: "Die Aufstellung einer neuen Kandidatur muss nun zügig geklärt werden."