Datum10.04.2026 17:58
Quellewww.spiegel.de
TLDREin Vater hielt seinen neunjährigen Sohn über ein Jahr lang nackt und unterernährt in einem Lieferwagen in Hagenbach (Elsass) gefangen. Nachbarn alarmierten die Polizei, die das Kind entdeckte. Der Junge war unfähig zu laufen. Der Vater und seine Lebensgefährtin wurden festgenommen. Er gab an, den Jungen eingesperrt zu haben, um eine psychiatrische Einweisung zu verhindern, die die Lebensgefährtin verlangte. Der Vater überwachte den Jungen per Kamera.
InhaltDie Tat schockiert über das Elsass hinaus: Ein Mann hielt seinen Sohn mehr als ein Jahr lang auf dem Boden eines Lieferwagens. Nachbarn haben offenbar noch Schlimmeres verhindert. Mehr als ein Jahr lang soll ein Vater seinen neunjährigen Sohn in einem Lieferwagen in Frankreich gefangen gehalten haben. Der 43 Jahre alte Mann sei von der Polizei festgenommen worden, teilte die Staatsanwaltschaft in Mülhausen mit. Nachbarn alarmierten laut der Mitteilung die Polizei, Beamte entdeckten das Kind nackt und unterernährt in dem Fahrzeug auf dem Hof eines Mehrfamilienhauses in der elsässischen Ortschaft Hagenbach. Der Vater wohnte in einer der Wohnungen des Hauses. Der Ort liegt unweit der Grenze zu Deutschland und der Schweiz. Nach eigenen Angaben sei der Junge zwischen September und Dezember 2024 in dem Lieferwagen eingesperrt worden und habe Ende 2024 das letzte Mal geduscht. In dem Lieferwagen habe er in Embryonalhaltung unter einer Decke neben Exkrementen gelegen. Wegen des langen Aufenthalts in dem Lieferwagen sei das Kind nicht mehr in der Lage gewesen zu laufen, als es entdeckt wurde, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der Junge wurde in eine Klinik nach Mülhausen gebracht. Die Lebensgefährtin des Vaters wurde ebenfalls festgenommen. Bei der Befragung habe der Junge angegeben, große Beziehungsprobleme mit der Lebensgefährtin des Vaters gehabt zu haben, die ihn nicht mehr in der Wohnung haben wollte und gedrängt habe, dass er in eine psychiatrische Klinik eingewiesen wird. Sein Vater habe ihn in den Kleinbus gesperrt, um eine Einweisung zu vermeiden. Mit dem Paar in der Wohnung lebten zwei zehn und zwölf Jahre alte Töchter. Mit einer Videokamera überwachte der Vater den im Hof stehenden Lieferwagen. Aufzeichnungen zeigten, dass der Vater sich zweimal täglich zu dem Fahrzeug begab, um dort etwas hereinzuwerfen, teilte die Staatsanwaltschaft mit.