Rekordabstand gegenüber Benzin und Diesel: Energiekosten-Vorteil von Elektroautos erreicht historisches Hoch

Datum10.04.2026 16:51

Quellewww.spiegel.de

TLDRElektroautos bieten aktuell einen Rekordkostenvorteil gegenüber Benzin- und Dieselfahrzeugen. Fahrer elektrischer Mittel- und Oberklassewagen sparten im März bis zu zwei Drittel der Treibstoffkosten. Dies resultiert aus gestiegenen Spritpreisen, während die Stromkosten stabil blieben. Um den vollen Vorteil zu nutzen, wird das Laden zu Hause empfohlen. Der Kostenvorteil wird voraussichtlich weiter steigen.

InhaltGut zwei Drittel der Tankrechnung sparten Fahrer von E-Autos zuletzt gegenüber Benzinern, meldet ein Vergleichsportal. Um den vollen Preisvorteil auszuschöpfen, müssen sie ihre Fahrzeuge allerdings zu Hause laden. Die Verbrauchskosten von Elektroautos lagen im März um bis zu zwei Drittel niedriger als bei Verbrennern. Das geht aus einer Auswertung des Vergleichsportals Verivox hervor, die dem SPIEGEL vorliegt. Nie zuvor sei der Preisvorteil von E-Autos beim Treibstoff so groß gewesen. Der Grund sind die hohen Spritkosten als Folge des Kriegs in Iran. Im März 2026 kostete Haushaltsstrom in Deutschland laut Verivox durchschnittlich 31,2 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Ein Elektroauto der Mittel- oder Oberklasse mit einem Durchschnittsverbrauch von 16,9 kWh pro 100 Kilometer Fahrt verursachte somit bei einer monatlichen Fahrleistung von tausend Kilometern Stromkosten von rund 53 Euro. Bei einem vergleichbaren Verbrenner kostete die gleiche Fahrleistung rund 160 Euro für Benzin der Sorte Super E10 oder rund 113 Euro für Diesel, errechnet anhand der durchschnittlichen Verbräuche und vom ADAC ermittelten Tankstellenpreise im März. Nach dieser Rechnung war das Fahren mit einem Elektroauto 67 Prozent günstiger als bei einem Benziner und 53 Prozent günstiger als mit einem Diesel. Zu den Kosten von Klein- und Kompaktwagen machte das Portal keine Angaben. Einen ähnlich starken Abstand zwischen den Antriebskosten von E-Autos und Verbrennern habe es zuletzt nach Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine im Jahr 2022 gegeben, teilte Verivox mit. Damals verteuerte sich in den Folgemonaten jedoch auch Strom stark, weil die hochschießenden Preise für Erdgas in Gaskraftwerken zum bestimmenden Faktor wurden. Der Unterschied zwischen den Antriebskosten werde sich im April aller Voraussicht nach weiter verstärken, sagte Thorsten Storck, Energieexperte bei Verivox, in einer Pressemitteilung. Während die Spritpreise seitdem weiter gestiegen seien, würden die Strompreise "erst bei längerer Dauer des Konflikts im Nahen Osten nachziehen". Um den Preisvorteil voll auszuschöpfen, sei allerdings eine heimische Wallbox notwendig, teilte Verivox mit. Das Laden an öffentlichen Ladesäulen sei in der Regel teurer als mit Haushaltsstrom. Selbst eine Schnellladung mit 60 Cent pro kWh sei jedoch im März günstiger gewesen als Benzin und Diesel. Die meisten Besitzer von E-Autos laden regelmäßig zu Hause. Viele von ihnen können mit flexiblen Tarifen oder eigenem Solarstrom die normalen Haushaltstarife sogar noch deutlich unterbieten. Steigende Spritpreise sorgen in ganz Deutschland für Frust an der Tankstelle. Fahrerinnen und Fahrer von E-Autos sparen dagegen Tausende Euro. Hier  lesen Sie einen Report von der Ladesäule.